Sehnsucht und Hingabe

Satsang von Dr Harbhajan Singh, St. Gilgen, 30. Juli 1994
(Gedruckt in “Sayings of Sant Kirpal Singh”, Ausgabe 2010-1)

Talk “A Life of Devotion to Sant Kirpal Singh” by Dr Harbhajan Singh (20:46)

Liebe und Hingabe ist die Basis zum
Erfolg auf dem Pfad der Spiritualität.
— Kirpal Singh

Liebe Brüder und Schwestern,

Wie ihr alle wisst, ist der Zweck des menschlichen Lebens etwas ganz Einzigartiges, erfüllt von eigener Schönheit. Selbst große Könige konnten das Rätsel des Lebens lösen, indem sie mit Heiligen in Verbindung kamen. Und wie konnten sie in Verbindung kommen? Sie hatten Sehnsucht, sie hatten Hingabe für die höheren Werte des Lebens, denn sie wussten, dass all ihr Besitz nicht mehr als Staub ist. Es gab sogar Könige, die allem was sie besaßen entsagten und sich loslösten.

Meister sagt uns, “Hingabe ist wie die Morgenbrise im Garten unseres Seins.” Ihr wisst, die Morgenluft ist sehr gesund und dieser Körper sagt man ist ein Garten, der Garten unseres Lebens. Bei Frühlingswetter brechen die Knospen der Blüten auf und duften. Die ganze Atmosphäre ist vom Duft erfüllt. So ist es, wenn unsere Hingabe an unseren Herrn erblüht. Meister sagt uns: “Ohne Hingabe gibt es keine wahre Suche.”

In der Welt findet man viele Menschen die zwar sehr ergeben sind, aber trotzdem finden sie den Ausweg nicht. Sie haben Sehnsucht, aber erhalten keine Hilfe. Gibt es keinen Ausweg für sie? Ja, es gibt einen Weg und er steht jedem offen, aber Meister sagt, dass jene die unwissend bleiben und unwissend wieder gehen, alles verlieren. Sie nehmen ihr Erbe nicht mit, sie kommen mit leeren Händen und gehen mit leeren Händen.

Im Leben eines jeden Menschen kommt die Zeit, wenn Er Sehnsucht hat und Hingabe, sowie einen alles überragenden Wunsch (nach Gott). Es mag sein, dass es nur wenig ist, dass es nur kurze Zeit anhält und dann wieder vorüber ist, es kommt auf den Hintergrund an. Manche Menschen nützen diese Zeit nicht aufs beste und werden so in die Irre geführt. Ich habe gesehen, dass sich viele Menschen unglücklich fühlen. Fordert man sie auf, zu erklären warum sie unglücklich sind, können sie es nicht sagen. Sie wissen es nicht warum sie unglücklich sind. Das ist eine bestimmte Stufe. Überall in der Welt jedoch findet man, dass die Menschen hauptsächlich die Freuden der Sinne und ähnliches genießen und sich nicht um diese Dinge kümmern.

Guru Nanak war oft sehr unglücklich und vergoss die ganze Nacht Tränen, sein Polster war durchnässt. So dachten seine Eltern, dass er krank sei. Er sagte: “Nein, ich habe kein Problem. Es ist eine bestimmte Stufe in meinem Leben, die ich überwinden möchte.” Man brachte ihn hierhin und dorthin, aber es wurde nur noch schlimmer. Sie wollten ihm etwas geben, damit er wieder auflebt, aber er nahm es nicht an. So wurde (die Sehnsucht) immer größer.

Es heißt, dass es ohne einen Meister nicht einmal möglich ist Sehnsucht und Hingabe zu haben. Ein Wort von Ihm kann die ganze Schöpfung verändern. Er aber hält sich an Sein Wort. Er hat der negativen Kraft etwas zugesichert (keine Wunder zur Schau zu stellen um die Menschen zu überzeugen, sondern ihnen nur die Wahrheit zu erklären, damit sie auf den Weg kommen) und so hält Er sich daran. Andererseits ist es auch nicht unmöglich jemandem alles bewusst zu machen, für Ihn ist alles möglich, aber der Zeitfaktor wirkt. Meister sagt, “Wenn jene die ausgewählt wurden den Weg zu gehen, entsprechend der Lehre leben, wird sich in wenigen Monaten ihr gesamtes Leben ändern.” Jeden Tag werden sie sich immer besser fühlen.

Die Meister sagen: “O Mensch, wenn Du an Dich glaubst, was solltest Du dann tun? Du solltest jeden Moment Deines Lebens um Erwachen bitten. Denn dieses Erwachen wird uns zu Hingabe und Ergebenheit führen.” Sie sagen sogar: “O mein Herz gib mein Leben frei, damit ich mich hingebe bevor die Trennung kommt.” Denn wenn die Trennung (der Tod) kommt, ohne, dass wir uns der Meisterkraft hingegeben haben, ist es die Hölle, es ist ein schlimmes Verbrechen, dann haben wir die Chance den Zweck unseres Lebens zu erfüllen endgültig vertan. Es ist eine besondere Chance die uns gegeben wurde und wenn wir sie verlieren, mag es sein, dass wir sie noch einmal erhalten oder auch nicht.

Die Meister kommen und geben dieses Erwachen. Hingabe, Erwachen, Ergebenheit, all das kommt allein von der Meisterkraft. Ohne Ihn kann niemand etwas über Hingabe sagen. Niemand kann uns erklären wie man sich hingibt. Nur wer das positive Leben erfahren hat, kann auch darüber sprechen. Seine Liebe und Hingabe für die höhere Sache, bringen Erwachen hervor. Es ist eine Hingabe, die vorbehaltlos allen dient. Wir blocken ab und sagen, das ist gut für mich, das ist schlecht, die Meisterkraft aber nimmt aus Liebe alles an.

Zum Beispiel gibt es in der Welt niemanden, der ein reines Gemüt hat, wenn aber Meister sieht, dass jemand vielleicht neunzig Prozent an Problemen leidet, die er selbst geschaffen hat und weiterhin schafft, aber Er findet selbst ein wenig Gutes in ihm, nimmt Er nur dieses Gute und entwickelt ihn.

Ihr wisst, wenn wir eine gute Eigenschaft für die richtige Sache einsetzen, vervielfacht sie sich sofort. Es ruft ein großes Erwachen im Menschen hervor, denn wenn wir das Gute richtig nützen bringt uns das immer Erwachen. Ohne Erwachen, können wir das Gute in uns nicht nützen, nützen wir es, bringt uns das ein gewisses Erwachen.

Wenn wir einmal mit Meister in Verbindung kamen, lehrt Er uns, wie man das Gute in sich vervielfacht. Dieses Gute ist wie die Morgenbrise, es wird euer Leben ändern, es wird die ganze Atmosphäre um euch verändern und ihr spürt dass das eine gute Art zu leben ist und ihr euch dem hingeben solltet.

Als ich das erst Mal mit Sant Kirpal Singh zusammen traf, wollte ich mich ganz hinten hinsetzen, denn ich war zu spät gekommen. Ich wusste nicht wann der Satsang beginnt, denn ich war das erste Mal da. Ich war einfach Meister nachgefahren. Meister sagte: “Nein, komm nach vorne.” Ich wollte mich einfach in der Mitte hinsetzen, aber Er sagte: “Nein, komm vor” Er ließ mich ganz nahe bei Sich sitzen und zitierte eine Hymne von Kabir:

“O geliebte Seele, deine dunkle Nacht ist vorüber,
jetzt geht für dich die Sonne auf.”

Dieses Leben ist wie ein Sonnenaufgang. Ihr wisst, wenn die Sonne aufgegangen ist, kann man alles unterscheiden und sieht es so wie es ist. Ist die Sonne aufgegangen (ist alles klar zu sehen) es kann keinen Zweifel mehr geben. Dieses Leben ist wie die aufgegangene Sonne, wir dürfen keinen Zweifel schaffen. Wenn es irgendeinen Zweifel gibt, solltet ihr ihn überwinden und beseitigen, ihr solltet nicht zu einem Teil davon werden, ihr solltet ihn nicht wieder aufleben lassen in eurem Herzen.

Ihr wollt all das überwinden? Dann erhebt euch darüber. Ihr seid wie die aufgehende Sonne und solltet von keinem Schatten betroffen sein. Wenn ihr einen Schatten wahrnehmt, ist es euer eigener und Meister sagt: “Im Schatten zu leben, bedeutet im Zweifel zu leben”. Meisters Leben und das, was Er anderen gibt, steht über jedem Zweifel, es ist ohne jeden Schatten.

Und was macht Er? Er hilft uns all das zu vergessen. Das ist eine Schönheit in Ihm. Es sind dann nur mehr winzige Spuren davon zu finden und versuchen wir uns diese Dinge wieder in Erinnerung zu rufen, sehen wir, dass sie für uns wertlos sind.

Wie ändert Er unser Leben? Das ist auch etwas Wunderbares. All die Dinge, die wir nicht vergessen, die wir noch vervielfältigen wollen, denen wir nachlaufen und mit denen wir leben wollen, werden wie von selbst geschmacklos und haben keinen Wert mehr. Meister hilft uns also unser Leben stärker zu machen. Alles was Er sagt ist immer voller Bedeutung, glaubt Ihm.

Meister sagt uns, und ein Schüler der bewusst wird, fühlt auch selbst so: “O Gott, ich habe jetzt erkannt und ich denke, dass es keinen Grund gibt in den menschlichen Körper zurück zu kommen ohne Hingabe an Dich. Wenn ich in diesen menschlichen Körper gekommen bin, dann nur um Hingabe an Dich zu erlangen. Meine einzige Aufgabe ist Hingabe an Dich zu entwickeln, das fehlte mir im früheren Leben.” Es fehlte uns die Hingabe an die Meisterkraft, und so wurden wir in diese Welt geschickt.

Menschen voller Wünsche sind Bettler, die von dieser Welt etwas wollen. Sie erbitten etwas von der Welt. Sie sagen: “All das sollten wir haben.” Ihre Wünsche sind endlos und es treibt sie herum. Es gab jemanden, der keinen Wunsch hatte, er hieß #Bhai Nandlal#, er sagte: “Ich bin ein Bettler im Weingarten meines Geliebten. Ich sehe nur den Geliebten.” Denn für ihn war der Meister das Höchste. Er wollte alles von den heiligen Füßen des Meisters erhalten und sagte: “Eine Hand voll Staub von der Türschwelle des Geliebten, kann den Bettler zum Monarchen, zum König machen.” Und das ist die Wahrheit, denn alles was ihr braucht ist in Meister enthalten und das gilt nicht nur für hier sondern auch für danach.

So wie Christus sagte:

“Liebt und alles andere wird euch dazu gegeben.”

Das sagten alle Meister. Und jene die von der höchsten Ebene kamen gaben euch das ewige Leben. Dieses ewige Leben ist erfüllt von millionenfache Freude. Wir sind von der Quelle, vom Bewusstsein getrennt, seit Zeitaltern waren wir nicht dort. Wir sind wie im Gefängnis. Ein Gefangener zählt immer die Tage bis zu seiner Freilassung, wenn er aus dem Gefängnis entlassen wird. Wer die Wahrheit, die Wirklichkeit kennt, sagt: “O mein Herz, gib mein Leben frei, ich möchte nicht die Trennung erfahren müssen, ich möchte mit meinem Geliebten gehen. Ich möchte zurückgehen.”

Als Maulana Rumis Zeit kam zu gehen, beteten die anderen aus Liebe zu ihm zur Gotteskraft: “O Gott, schenke ihm Leben, das erbitten wir für ihn.” Sofort öffnete er seine Augen und sagte: “Dieser Segen ist für euch, ich möchte zurückgehen, dieser Körper war eine Mauer der Trennung. Zeitalter über Zeitalter stand er zwischen mir und meinem Meister, ich kann es nicht mehr Mitansehen, ich gehe jetzt zurück. Steht meinem Wunsch nicht im Weg, lasst mich gehen.” Wer es wirklich verdient, erhält

Es gibt eine Erzählung von Laila und Majnu, das ist eine große Liebesgeschichte in Indien, es war wahre Liebe obwohl es nur eine weltliche Liebe war. Majnu liebte Laila so sehr, dass er abmagerte bis zum Skelett in der ständigen liebevollen Erinnerung an seine Geliebte. Alle wussten, dass er verrückt war nach ihr.

Sie war eine Prinzessin und verteilte jeden Tag Almosen an die Bettler. Zahlreiche Bettler kamen immer zum Palast um Almosen zu bekommen. Eines Tages ging auch Majnu mit den Bettlern mit und hielt eine Bettlerschale in der Hand. Jedem gab sie etwas, aber als Majnu an die Reihe kam schlug sie von unten gegen die Schale. Sie fiel zu Boden und zerbrach. Majnu begann zu tanzen. Die anderen sagten: “Sie hat dir nichts gegeben und du tanzt wie ein Narr.” Er sagte: “Nein, ihr seid die Verrückten, ihr habt ein wenig von ihr erhalten, ich aber habe alles von ihr bekommen. Sie hat mir damit gesagt: ‘Du musst diesen Körper zerbrechen um mir zu begegnen.’” So lange wir diesen Körper nicht zerbrechen, gemeint ist aus unseren Wünschen heraus zu kommen, können wir das ewige Leben nicht erlangen. Wir können uns nicht am Geliebten erfreuen, der in uns ist.

Wir sind nicht fähig etwas über die Meisterkraft zu sagen, die in uns ist. Er ist die strahlende Form des Meisters, Er ist der Höchste. Seine Schönheit, das was Ihn ausmacht, kann mit nichts auf der Ebene der Sinne verglichen werden. Und wenn der Schüler nach innen geht und seine eigene Schönheit sieht, ist es für ihn ein Unterschied wie zwischen Himmel und Erde. Eine solche Schönheit hat die Seele im Innern. Wenn beide zusammen kommen und vereint sind, verschönen sie einander, sie werden eins. Sie haben nun das ewige Leben. Alle Meister haben an diesem Punkt aufgehört über die Dinge zu sprechen, denn sie liegen jenseits jeder Beschreibung, es ist eine Sache der Liebe. Es ist ewige Liebe, die niemals endet. Auf richtige Art einem Meister zu folgen bedeutet etwas, es ist von tiefer Bedeutung, wenn wir wirklich versuchen es zu verstehen.

Die Meister riefen immer laut aus: “O Mensch, begreife dein Schicksal, du bist der lebendige Sohn des lebendigen Gottes, vergiss das nicht. Komm zur Besinnung, allein wegen unbedeutender Vergnügungen, die nur kurz andauern, verlierst du das ewige Glück und das ewige Leben.”

Es steht außer Frage, dass ganz ohne Zweifel, all die praktischen Erfahrungen unserer kompetenten Meister auch unsere Erfahrungen werden können. Genau dieselbe Art (Erfahrung) können wir erlangen. Die Meisterkraft sagt, dass Er euch auf diese höchste Stufe bringen wird, die Er selbst innehat. Er wird euch genauso hoch erheben wie Er ist, denn sonst könnt ihr nicht mit Ihm eins werden. Die weltliche Art ist, dass niemand will, dass der andere so ist wie er, er möchte einzigartig sein in der Welt. Das kommt weil wir von Gier, Dualität und Unwissenheit betroffen sind. Aber die Meisterkraft ist sehr liebevoll, Er nimmt Sein Kind auf und wünscht sich, dass Sein Kind so werden soll wie Er. Er liebt jeden von uns vom Innersten Seines Herzens. So ist Seine Art zu leben, es ist die Kunst des Lebens, mit der Er von der Gotteskraft gesegnet wurde. Seine Liebe kommt vom Innersten des Herzens, und besteht nicht aufgrund äußerer Bindungen, sage ich euch.

Er ist voller Bewusstsein. Geht ihr einmal (nach innen) werdet ihr einen Schluck davon erhalten. Und manche die nach innen gingen sagten: “O Meister, in Deinem Weingarten strömt das Bewusstsein über, kannst Du mir einen Tropfen von dem geben was überfließt!”

Meister aber sagt: “Alles was überströmt gehört dir, nicht nur ein Tropfen. Ihr könnt so viel davon nehmen wie ihr möchtet. Im Weingarten der Meisterkraft werden keine Unterschiede gemacht, all das steht euch frei zur Verfügung, es ist für jeden erreichbar.” Wir können so viel davon erhalten wie wir wollen. Wer könnte der Meisterkraft Vorwürfe machen? Wer könnte zur Meisterkraft sagen, dass sie uns segnen muss. Nein, Er kommt um uns zu segnen, Er segnet uns und jeden der Seinen Weg kreuzt. Aber manchmal nehmen wir Seinen Segen nicht an und sagen: “Wir haben keine Zeit, wir sind nicht bereit.”

Wir befinden uns auf der Ebene der Sinne und die weltlichen Angelegenheiten sind uns wichtiger als Sein Segen. Aber Sein Segen wurde bereits gegeben, dazu ist nichts weiter notwendig, nur eure Aufmerksamkeit ist notwendig. Er sagt: “Beendet all das Geben und Nehmen, aber eure Aufmerksamkeit müsst ihr wieder zu euch selbst zurückbringen.”

Jene die nach innen gehen, die sich an ihr Selbst erinnern brauchen dazu nur die Aufmerksamkeit. Was braucht ihr um euch selbst zu erkennen? Braucht ihr dazu etwas zu Essen oder zum anziehen? Nein, ihr braucht nur eure Aufmerksamkeit. Ihr müsst nur die Richtung eurer Aufmerksamkeit korrigieren, das ist der einzige Weg. Wenn ihr einmal eure Aufmerksamkeit zurückzieht, sie wieder zu eurem eigenen Selbst zurück bringt, wird das auf wunderbare Weise wirken. Es wird auf tausenderlei Arten wirken., die Wirkung kann sich vervielfachen. Mit einem einzigen Mal Aufmerksamkeit, könnt ihr ein Problem überwinden, mit einmal Aufmerksamkeit helft ihr euch selbst und überwindet weitere Probleme. Eine solche Art der Aufmerksamkeit wird euch nirgendwo fest hängen lassen, sie wird euch von allem befreien wo ihr gefangen seid, von allen Hindernissen und Barrieren. Wenn die Meisterkräfte kommen übertragen sie ihre Aufmerksamkeit vervielfacht. Es ist die Aufmerksamkeit, die selbst über Ozeane hinweg, selbst jenseits der sieben Meere wirkt und ihren Weg direkt ins Herz findet, in das Herz das Sehnsucht hat, dort gibt Er Hilfe.

Zu Meisters Zeit erlebten wir viele Begebenheiten wo jemandem geholfen wurde. Sie notierten die Zeit (wann es geschah) und es stimmte genau. Meister dachte an sie (und es wurde ihnen geholfen) und sie begannen Meister zu preisen und sagten: “Wir können ohne Ihn nicht leben.”

Zum Beispiel weiß ich von einer Frau, deren zwei Söhne initiiert waren. Sie selbst war nicht initiiert, sie wollte nicht initiiert werden sie war mehr an einen bestimmten ‘Ismus’ gebunden. Diese Mutter wurde in ihrem Leben von einem schweren Schlag getroffen, sie fand keinen Ausweg und wollte Selbstmord begehen. Ihre Söhne aber drängten sie immer wieder: “Mutter, denk einfach an Ihn, Er wird dir helfen. Ignoriere Ihn nicht, Er ist der Meister, der Meister der ganzen Schöpfung. Hänge dich an nichts anderes, das sind alles nur Dinge, denk einfach an Ihn.” Als sie gerade Selbstmord begehen wollte dachte sie: “Ich sollte dem folgen was meine Söhne sagen, und sehen ob es die Wahrheit ist.” In ihrem Haus hing Meisters Bild, sie ging dort hin und betete zur Meisterkraft: “Wenn Ihr wirklich der Meister seid, helft mir in dieser schrecklichen Zeit meines Lebens. Wenn ich mir nicht helfen lasse schwankt mein Gemüt und kommt überhaupt nicht zur Ruhe. Jetzt finde ich keinen anderen Ausweg als Selbstmord zu begehen. Wenn ihr wirklich ein Meister seid, helft mir bitte.” Und sie beschrieb, dass sich ihr aus dem Bild heraus eine Hand entgegenstreckte und ein Licht zu sehen war das ihren Kopf berührte und sie wurde bewusstlos und fiel auf ihr Bett. Sie lag dort beinahe zwei bis drei Stunden und als sie wieder zu sich kam hatte sie vollkommen vergessen, dass es in ihrem Leben jemals ein Problem gegeben hatte. Sie war sehr glücklich und als sie Meister traf warf sie sich vor Ihm nieder und berührte Seine Füße. Meister sagte: “Ich weiß dass es Dein Wunsch war, ansonsten hätte ich Dir nie erlaubt mir zu Füßen zu fallen.” Sie küsste Meisters Füße und sagte: “Für mich seid Ihr Christus, für mich seid Ihr Gott.” Wer weiß schon wer “Christus” ist? Er ist die Kraft die der Seele eingeboren ist. Und wer uns hilft den Einen (Gott) zu erkennen, von dem können wir zumindest so viel sagen, dass er mit dieser Kraft in Verbindung ist. Wer mit Ihm verbunden ist, muss auch eine gewisse Beziehung zu Ihm haben, und wenn es so jemanden gibt lasst uns Ihm auf diesem Weg folgen, damit wir einen Ausweg finden.

Meister verwendete oft das Beispiel: Wenn ihr in ein bestimmtes Land reisen wollt, wo ihr nie zuvor wart, werdet ihr euch Landkarten anschauen und an vielen Stellen nachfragen, wo man hinfahren soll, wie man dort hinfährt, ihr macht euch mit all dem vertraut. Während ihr all diese Erkundigungen einzieht, erfahrt ihr, dass ein Nachbar gerade an diesem Ort gewesen ist, wo ihr hinfahren wollt und er ist jetzt wieder zurück. Ihr werdet alles andere beiseite lassen und sagen: “Ich sollte mich bei ihm erkundigen, denn er war wirklich dort und ist wieder zurück, zu ihm sollte ich hingehen und ihn fragen.” Er wird euch natürlich mehr praktische Tipps geben können, als in den Beschreibungen stehen.

Deshalb sagen uns die Meister, in den Heiligen Schriften wird zwar von Gott gesprochen, aber Gott ist nicht in den Schriften zu finden. Gott ist in uns. Aber wer kann uns Gott zeigen? Wer diese Wahrheit bereits in sich selbst offenbart hat. Er kann uns ganz einfach helfen alle Schatten und Zweifel zu überwinden, die in unserem Unterbewusstsein erscheinen und wieder verschwinden.

Im Islam sagt man: “Wenn ihr Mekka besuchen wollt, solltet ihr den Seeweg nehmen.” Der Seeweg bedeutet den “langen Weg” zu nehmen. Die Sehnsucht ist ein langer Weg. Den Seeweg zu nehmen, bedeutet den Weg der Tränen zu gehen. Wenn ihr nach jemandem Sehnsucht habt, füllen sich eure Augen ganz von selbst mit Tränen.

Sehnsucht ist ein wichtiger Faktor. Ein Meister sagte, seine Nächte seien länger als viele, viele Jahre. Er sagt:

“Geht zu jemandem, der Sehnsucht nach Gott hat.”

Ist die Sehnsucht einmal erfüllt und man begegnet Ihm, dann sagt man: “Diese Nacht sollte Millionen Jahre dauern.” Denn man wurde eins. So ist unser Zustand wenn wir Sehnsucht haben. Jeder der zurückgegangen ist musste diese Sehnsucht entwickeln. Wenn diese Sehnsucht unser Leben ergreift, und wenn sich unsere Seele erhebt und wieder zu Gott zurück geht, geht sie durch starke Sehnsucht sehr schnell zurück. Alles was wir durch Meisters Gnade verdienen konnten, wird auf der Ebene des Bewusstseins zu starker Sehnsucht. Wir sind uns dessen nicht bewusst, wenn uns aber Meister hilft es zu erkennen, werden wir uns in der Welt nicht mehr heimisch fühlen, wir fühlen, dass wir nicht von dieser Welt sind. Alles was wir tun, wie z.B. Meditation, selbstlos zu dienen, lässt in unserer Seele Sehnsucht entstehen, und diese Sehnsucht verwandelt sich in Hingabe.

Wir haben Menschen erlebt, die kurz davor standen zurück zu gehen, und wenn ihnen (im Innern ihr Platz) gezeigt wurde, konnten sie nicht mehr in der Welt bleiben. “O Meister, nimm mich jetzt zurück, ansonsten hättest Du mir nicht das Ziel meines Lebens zeigen sollen, meine Sehnsucht und Hingabe sind mit meinem Leben verbunden. Jetzt kann ich nicht mehr in der Welt bleiben.”

Es gab einen sehr ergebenen Schüler namens Sadhu Singh, ich habe euch schon oft davon erzählt. Meister sagte zu ihm: “Deine Zeit ist gekommen, du bist jetzt alt, du kannst zurückgehen.” Er erwiderte: “Nein, Meister ich will nicht gehen. Wenn ich nicht da bin wird niemand die Arbeit tun. Die Pflicht die ich übernommen habe ist sehr wichtig und ich bin in der Lage sie auszuführen, und so möchte ich es auch tun.” Meister sagte: “Gut, es ist spät in der Nacht, geh jetzt schlafen.” Über Nacht nahm Meister ihn über das Körperbewusstsein und zeigte ihm sein Erbe, das er sich durch den selbstlosen Dienst verdient hatte. Ich sage euch, er war ein Mann, der nur selbstlos diente, er war Meister so ergeben, dass er alles erledigte, auch ohne zu fragen, ohne vorher mit der Meisterkraft darüber zu sprechen. Er sagte: “Es ist richtig, also muss ich es machen.” Am Morgen dann gab er sich zu Meisters heiligen Füßen vollkommen hin und sagte: “Meister, nimm mich jetzt zurück.” Meister fragte: “Gestern Nacht warst du nicht bereit zu gehen, wie geschah es, dass du es jetzt bist?” Er erwiderte: “Meister, Du hast mir meinen Weg gezeigt, Du hast mir gezeigt wo ich hingehen werde, jetzt kann ich nirgendwo sonst mehr leben. Du hast mir mein Leben (danach) gezeigt, es ist erfüllt und voller Schönheit, es ist ein wunderbares Leben. Es ist alles Deine Gnade.”

So sagt uns Meister, selbst wenn ihr hundert Jahre meditiert, so wie es manche tun, werdet ihr dennoch nicht zum wahren Verehrer Gottes, denn ihr habt keine Sehnsucht entwickelt. Es ist nur eine trockene Art der Verehrung, sie ist bedeutungslos, sie zählt nicht, vielleicht hat sie sogar eure weltlichen Wünsche vermehrt, aber sie hat euch in keiner Weise geholfen.

So sagt Meister:

“Wenn ihr den Geliebten erreichen wollt
und ihr geht zu Fuß auf der Straße,
werdet ihr Ihn nicht erreichen.

Lasst euer Herz und eueren Kopf euere Füße werden,
und geht so dorthin,
es ist nur ein Schritt ins Jenseits, es ist ganz nah.
Ihr werdet in einem Augenblick im Innern ankommen.

Es gibt eine Begebenheit aus dem Leben von Lord Krishna: Seine Frau war ihm sehr ergeben und einmal gab es eine Zeit, wo er sechs Monate lang von ihr getrennt leben musste. Sie sagte: “Lord Krishna du gehst und ich werde sechs Monate allein sein, wie wird es mir ergehen?” Schließlich sagte sie: “Gut, geh. Ich werde einen Weg finden.” Sie hatte große Sehnsucht und gab sich dieser Kraft hin. Als Lord Krishna nach sechs Monaten zurückkam und an die Tür klopfte frage sie: “Wer ist draußen.” Und er erwiderte: “Ich bin Lord Krishna.” Sie sagte: “Jetzt brauche ich dich nicht mehr, denn ich bin selbst zu Lord Krishna geworden.” — So intensiv hatte sie an ihn gedacht. Denn durch Sehnsucht und Hingabe werdet ihr eins mit Ihm. Das ist der einzige Weg. Denkt ihr an Ihn, wird Er auch an euch denken. Euer Herz ist bei Ihm, und Sein Herz ist bei euch, das ist der Weg, sage ich euch.

Einmal wollte ich aus einem bestimmten Grund zu Meister fahren. Eure Biji und noch einige waren auch mit und auf dem Weg erfuhren wir, dass Meister nicht da sei. Er war nach Dehra Dun gefahren um eine bestimmte Arbeit zu erledigen und wurde erst nach zehn Tagen zurück erwartet. Kurz dachten wir: “Schade, wir werden Meister nicht treffen.” Später dachten wir nicht mehr daran und fuhren in Seiner liebevollen Erinnerung hin. Als wir am Abend ankamen, sahen wir, dass Meister in Delhi war. Ein Mann aus Delhi der gekommen war fragte: “Meister, Ihr seid nach Dehra Dun gefahren und hattet geplant zehn Tage zu bleiben, warum seid Ihr wieder zurück gekommen? Ihr seid hingefahren und gleich wieder zurück gekommen?” Meister antwortete: “Das stimmt, aber als ich in Dehra Dun ankam war ein starker Sturm und es regnete, wie auch immer, ich konnte nicht bleiben. Ich dachte es ist besser ich fahre zurück.”

Und indem Er in unsere Richtung blickte sagte Meister: Ich weiß nicht, wessen Liebe mich zurück gebracht hat. Das ist also der Weg der Liebe und Sehnsucht. Er wusste, dass wir kommen würden. Ich sagte: “Meister, wir erfuhren, dass Ihr nicht in Delhi sein würdet, und auch nicht so schnell wieder zurück kommt, ein Mann hat es uns erzählt, aber wir nahmen einen Duft wahr und eine wunderbare Schwingung, die von Euch kam und wir hatten überhaupt nicht das Gefühl, dass Ihr nicht bei uns seid.” Meister erwiderte: “Wenn der Meister sich an den Schüler erinnert, ist dieser Duft da, aber auch der Meister nimmt den Duft wahr, der vom Schüler kommt. Es ist gegenseitig und wirkt auf beide.”

Auf diese Weise, sage ich euch, müssen wir Sehnsucht entwickeln. Wie entsteht diese Sehnsucht? Wenn ihr an die Meisterkraft denkt, wird euch das einige Augenblicke lang Schwingung geben, aber ihr werdet feststellen, dass das Gemüt und der Intellekt stören. Sie werden versuchen euch nach außen zu bringen, weg von eurem eigenen Selbst. Bringt ihr eure Aufmerksamkeit zurück zur Quelle und werdet fähig, eure Aufmerksamkeit in euch selbst zu halten, werdet ihr sehen, dass die liebevolle Erinnerung an die Meisterkraft da ist, denn Er ist in uns.

Er ist nicht weit entfernt von uns. Er ist unserer Seele eingeboren. Unsere Aufmerksamkeit auf der Ebene unseres Bewusstseins zu halten, hier oben (am Sitz der Seele), ist eine große Hilfe um Sehnsucht in uns hervorzubringen, gemeint ist in liebevoller Erinnerung an die Meisterkraft zu sein.

Einst weidete ein Schafhirte seine Schafe ganz allein im Wald und begann sich nach Gott zu sehnen. Er sagte: “O Gott, wenn Du zu mir kommst, kann ich dir süße Milch geben, wenn Dir kalt ist, gebe ich Dir wollene Kleider,” und vieles mehr sagte er um den Meister, um Gott zu preisen. Er entwickelte so große Sehnsucht, dass er mit der Gotteskraft in sich zu sprechen begann. Seine eigenen Gedanken schwangen in ihm bis Moses vorbeikam und seine Worte hörte. Der Schafhirte nahm seine Umgebung gar nicht mehr wahr, und Moses hörte alles was der Schafhirte sagte und sprach: “Du dummes Kind, alles was du da sagst ist nicht gut genug für Gott. Gott ist nicht auf deine Milch oder deine Wollkleider angewiesen. Er steht über allem.”

Der Schafhirte dachte: “Ich habe einen großen Fehler gemacht, ich weiß nicht wie man einen Meister verehrt, wie man die Gotteskraft verehrt.” Laut weinend ging er fort: “O Gott ich habe einen großen Fehler gemacht, ich weiß nicht wie man an Dich denkt.” Aber während er weinte erhob er sich über das Körperbewusstsein und Gott begegnete ihm und sagte: “Weine nicht mein Kind, ich werde kommen und deine Milch trinken und alles annehmen, was du mir gibst, ich liebe dich.” Und er fühlte, dass Gott ihn umarmte und war überglücklich. In der Nacht aber erschien Gott Moses und sagte: “Moses, ich habe dich gesandt um die Menschheit zu vereinen, das ist deine Aufgabe, nicht um sie zu spalten.”

Man kann also ganz einfach sagen, dass die Meister in die Welt kommen und uns alle vereinen, sie kommen um uns in einem Knoten zu verbinden, während viele andere kommen um uns zu spalten. Sie bringen neue Gedanken auf und sagen dass sie richtig und gut sind, und bewirken werden dass ihr anders seid als die anderen, und dass ihr sehr bekannt werdet. Vieles schlagen sie uns vor, das einfach ihren eigenen Wünschen entspricht.

Es ist keine neue Philosophie, die Wahrheit ist unserer Seele eingeboren, und ohne sie gibt es keine Möglichkeit. Die Leute sagen: “Wir haben keine Zeit.” Aber wer sagt, dass ihr Zeit haben müsst. Die Meister sagen: “Nein, ihr müsst mit dem Herz dabei sein, ihr habt euren Kopf, euer Herz, nützt sie.” Wir aber setzen all das nur für sinnlose Dinge ein, wir sollten es richtig gebrauchen, richtig einsetzten.

Es liegt also an euer Aufmerksamkeit, wie ihr euren Kopf, euer Herz für die richtige Sache einsetzt. Es kostet euch nichts, aber bringt euch viel. Es kommt euch euer ganzes Leben lang zugute. Es gibt euch ewiges Leben. Es bringt eine Spur Hingabe in euer Leben. Euer Leben läuft reibungslos, es ist gesund und in euer Leben kehrt Ruhe ein. Das sind die Dinge die unsere kompetenten Meister sagten, nicht nur einer, sondern das finden wir im Leben aller kompetenten Meister. Ihre Erfahrungen sind einzigartig. Manche Meister sprachen darüber, manche nicht, aber die Wahrheit besteht.

Betrachten wir das Leben der kompetenten Meister, oder all jener die sich danach sehnten, so sagten sie: “Mein Kind sehne dich nach vollkommenem Erwachen.” Wenn wir nach etwas verlangen sollten, dann nach vollkommenem Erwachen, wir sollten nicht nur halb erwacht sein. Wir dürfen nicht auf dem Weg stehen bleiben, wir müssen zurückgehen. Mit vollkommenem Erwachen können wir unser Erbe zurück erhalten und eins sein mit Ihm.

Es ist wie bei einem Kind das hungrig ist, es möchte Milch von seiner Mutter, es weint nach Milch. Ihr könnt ihm viele Spielzeuge anbieten, es wird sie nicht annehmen sondern wegwerfen, denn es braucht Milch, denn es ist hungrig. Wenn es Milch bekommt ist es zufrieden. So ist auch der Zustand derer, die Sehnsucht haben (nach Gott). Sie wollen nichts von all dem was auf dem Weg zu haben ist, sie wollen nicht einmal in den Himmel kommen. Sie verlangen nicht nach Erlösung, sie wolle nur Gottes Liebe.

Sie wollen an jenen Ort zurück kehren wo sie einst herkamen. Sie wollen nur mit dem Einen in Verbindung kommen der von dieser höchsten Ebene kommt, und nicht von einer niedrigeren. So ist die Sehnsucht. Meister sagt uns: “O mein Kind sehne dich danach vollkommenes Erwachen zu erlangen und kein Bisschen weniger.” Wenn du das jetzt tust, was wird dann geschehen? Du wirst deine Lebensaufgabe erfüllt haben. Die Menschen möchten (bei ihrer inneren Reise) an bestimmten Plätzen verweilen, unsere Aufgabe aber ist es immer weiter zu lernen und uns zu sehnen, je mehr wir lernen um so mehr Sehnsucht haben wir.

Es wird erzählt, dass einmal jemand an die Himmelstür klopfte. Der Türwächter im Himmel fragte wer da sei und er sagte: “Ich bin ein Lehrer, auf der Erde war ich Lehrer.” Der Wächter sagte: “Warte am Tor, ich werde nachfragen und dir dann Bescheid geben.” Nach kurzer Zeit kam er wieder und sagte: “Im Himmel gibt es keinen Platz für Lehrer, hier werden nur Schüler eingelassen. Wer noch mehr lernen möchte wird hier aufgenommen, die anderen nicht.”

So verhält es sich also. Es entspricht dem spirituellen Denken, dass man bis zum letzten Atemzug Sehnsucht haben muss. Je mehr wir uns sehnen umso mehr lernen wir. Wenn ihr Sehnsucht habt, ist das etwas, das sich ganz von selbst im Innern erhebt und es kann zum festen Bestandteil eures Lebens werden. Das kann euch helfen.

Aber was wird geschehen, wenn ihr eurem Selbst keine Aufmerksamkeit schenkt? Ihr werdet langsam unwissend werden. Die Menschen werden unwissend, weil sie ihr Erwachen nicht nützen. Ihr habt ein gewisses Erwachen, sehnt euch danach mehr zu erhalten, dann werdet ihr auch mehr erhalten.

Baba Sawan Singh sagte oft:

“Sant Kirpal Singh hat alle Ozeane ausgetrunken
aber immer noch sind Seine Lippen trocken.
Er hat alle Barrieren überwunden
aber immer noch dürstet Er danach mehr zu wissen
und Seine Sehnsucht wird immer größer.”

Da die Liebe endlos ist, wächst sie immer mehr, sie wird immer größer und weitet sich aus, so ist es mit der Liebe, sie hat kein Ende. Das sieht man im praktischen Leben jener Menschen, die wirklich Sehnsucht hatten und es erlangten. In der Welt aber wird von falschen, schlimmen Erfahrungen gesprochen, sie sind nicht unser Thema. Das worum es uns geht ist in uns selbst, nicht außen.

Die Meister sagen uns:

“Geht ins Heiligtum eures Herzens,
dort ist alles zu finden,
dort ist es erblüht.”

Geht einfach dorthin und ihr seht in euch selbst eure eigene Schönheit. Wie geht es euch, wie habt ihr euch entwickelt, wie erhebt ihr euch über all diese Probleme?

Ihr wisst, man kann nicht entwickelt werden so lange man sich nicht den Wunsch hat sich zu entwickeln. Wenn man den Weg geht, kann man einen Ausweg finden, vorausgesetzt man sehnt sich danach.

Wenn es Nacht ist und vollkommen dunkel, tiefste Finsternis, weiß man nicht wo man hingehen soll. Angenommen ihr müsst dann an einen Ort gehen, wo ihr nie zuvor gewesen seid, dann müsst ihr eure ganze Aufmerksamkeit darauf richten, die konzentrierte Aufmerksamkeit, um den Weg zu finden. Ihr horcht ob ihr vielleicht aus einer bestimmten Richtung irgendeinen Laut hört, vielleicht hört ihr von irgendwo Hunde bellen. Und ihr wisst dann, in der Richtung aus der Laut kam, müssen Menschen wohnen, zumindest das habt ihr herausgefunden. So ist es auch (im Innern) die Sehnsucht findet den Ausweg. Und die Meisterkraft hilft uns. Sehnsucht bedeutet also etwas in sich selbst zu finden. Die Lösung für all unsere Probleme in uns selbst zu finden — das ist wirklich mit Sehnsucht gemeint. Die Krankheit ist im Innern, das Heilmittel ist auch im Innern. Die Frage ist innen und die Antwort ist auch im Innern. Und das was innen zu finden ist, wie könnt ihr es außen erlangen? Angenommen ihr habt draußen etwas verloren, aber es ist jetzt draußen dunkel, weil jedoch im Raum Licht brennt sucht ihr es dort, wie könntet ihr es finden? Ihr habt es draußen verloren.

Umgekehrt, wenn ihr drinnen etwas verloren habt, und ihr sucht es draußen, dann ist es unmöglich es zu finden, man muss an der richtigen Stelle suchen.

Die Meisterkraft ist uns eingeboren, aber man kann sie nicht erlangen ohne Sehnsucht, ohne Hingabe, ohne Liebe. Sehnsucht, Hingabe und Liebe all das ist in uns, nicht außen. All das müssen wir erlangen. Die Meister sagen, dass sie einen wunderbaren Weg zurück zu Gott gefunden haben, den sie vorher nicht kannten. Er ist für jeden, niemand ist zu schlecht. Im Physischen mag es viele Streitigkeiten geben, viele unterschiedliche Meinungen, aber wenn man sich im Körper im Innern erhebt, gibt es nur eine Meinung, eine Schnellstraße zurück in die ewige Heimat, einen ganz einfachen Weg. Und je mehr Sehnsucht ihr habt umso leichter habt ihr Zugang.

Ich danke euch und wünsche euch alles was gut ist für euch.

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