Naam ist in uns

Auszug aus einem Satsang von Biji Surinder Kaur, St. Gilgen, Austria, 30. Juli 2000
(siehe “Worte von Sant Kirpal Singh” — Ausgabe 2001/1)

Wir alle sind hier zusammengekommen, um den Darshan (Anblick) des kompetenten Einen zu erhalten. Durch Seinen Anblick kann unser Schicksal geändert werden. Er ist nicht weit entfernt, Er wohnt in unserem Herzen.

Er stillt selbst den Durst derer, die Ihn physisch sehen wollen. Ein solch kompetenter Meister ist in uns, nicht außen.

Wer Ihn je erlangte, erlangte Ihn nur im Innern dieses Körpers.

Die äußere Liebe und Bindung dauert nur kurze Zeit und so leiden wir. Entsprechend dem Hintergrund Seines Schülers öffnet der Satguru den inneren Weg. Und um uns von der physischen Welt nach oben zu erheben, bringt Er uns zum Satsang. Durch die Kraft Seiner Farbe, durch Sein Naam, werden wir fähig, in die höheren spirituellen Regionen zu gelangen und die Strahlende Form des Meisters zu sehen. Ein Meister, der uns einen solchen Duft gibt, bleibt immer an unserer Seite.

Als Erstes sollten wir unsere Aufgabe kennen und die Bedeutung der Religion verstehen, in die wir durch Ihn hineingeboren wurden. Wir sollten uns nicht durch das Gebundensein an die (äußere) Religion in die Welt verstricken. Die Mahapurushas kommen in diese Welt um uns mit ihrem inneren Licht zu erheben. Der kompetente Meister schuf einen Platz in unserem Herzen.

Wie können wir es (die höchste Glückseligkeit) erhalten?

Das Problem ist, wir haben uns so weit entfernt von dieser höchsten Glückseligkeit, die wir von Ihm erhalten sollten. Wir haben uns von dieser höchsten Kraft getrennt und einen anderen Weg eingeschlagen und nun treibt unser Boot im Bhav Sagar (dem schrecklichen Ozean der drei Welten).

Niemand weiß, woher er kam und wohin er gehen wird. Wer immer Ihn erlangte, konnte Ihn nur in dieser physischen Welt, im physischen Körper erlangen.

Der menschliche Körper, den wir erhielten,
ist die höchste Form in der ganzen Schöpfung.
Wenn jemand mit Gott in Verbindung kam,
dann nur während er im physischen Körper war.

Meister sagt:

“O Seele, die Zeit Ihm zu begegnen, ist nicht mehr fern.”

Der Ozean Seiner Liebe strömt im Herzen des Meisters über und nur durch Seine höchste Kraft können wir Ihn erlangen.

Die ganze Welt wurde von Ihm geschaffen und für den, der versteht, ist es nicht schwierig, Ihn zu erlangen. Und den Menschen, die ein schlechtes Schicksal haben und Ihn nicht erreichen können, bleibt nur, in dieser Welt zu weinen.

Die Wurzel des Bewusstseins des kompetenten Meisters ist in der ganzen Welt und Er gibt jedem Bewusstsein. Und wir alle, wie wir hier sitzen, sind ein Teil Seines Lichts. Das Leben eines Bhaktas, eines Ergebenen, ist nutzlos, wenn Meisters Licht nicht durch ihn scheint. Es gibt keinen Ort, wo Sein Licht nicht wirkt. In wem Gottes Licht entzündet wurde, dem kann sich keine niedrige Kraft nähern.

Wo ist Er (Gott) zu finden?

Wir können Ihn nur in uns finden und dort müssen wir Ihn suchen.
Zeitalter über Zeitalter hat der Mensch gelitten,
aber er war nicht fähig, Gott in sich selbst zu suchen.

Wir sollten ein solches Auge haben, das Ihn sieht, damit Er uns dorthin bringen kann, wo Er ist. Unser innerer Ehemann wohnt an diesem Ort und unser Auge sollte eins werden mit Ihm.

Dann sagt unsere Seele:

“Mit dieser Welt habe ich nichts zu tun, ich brauche nur Deine Augen.”

Wenn wir uns über den Körper erheben und auf diesen Pfad kommen, nimmt die Meisterkraft, die Gotteskraft, die hinter den Augen weilt, das Kind in Seinen Schoß. Und wenn die Seele nach so vielen Zeitaltern Gott begegnet, kennt das innere Glück keine Grenzen. Dann gibt es keinerlei Unterschied mehr zwischen Seele und Meister, sie wird eins mit Ihm.

Wenn alle Hüllen beseitigt sind, macht man keine Unterschiede mehr, ihr liebt jeden wie euer eigenes Selbst. Dann gibt es keine Feindschaft und keine schlechten Gefühle gegen andere.

Gott, der euch mit diesem Körper segnete, der ihn geschaffen hat, machte euer Herz zu Seinem Tempel. Er hat ihn euch für kurze Zeit geschenkt, damit ihr darin lebt.

Und Meister sagte,

So wie Er diesen Körper gereinigt hat,
der von Gott gebaut wurde,
so solltet ihr euer Herz reinigen.

Wir sollten nicht immer im Schmutz leben, einmal müssen wir unseren ewigen Vater erreichen. Solange die Seele den Vater nicht wieder trifft, kann Er nicht glücklich sein.

Das ist die Nahrung unseres Lebens, die wir nur von unserem Vater erhalten können. Das ist der strahlende Tempel, der in uns ist, und wenn ihr Ihn sehen wollt, könnt ihr Ihn dort jederzeit sehen.

Darin leuchtet die Flamme der Wahrheit und Meister sagt:

“O Seele, du kümmerst dich nicht um den Tempel,
in dem Tag und Nacht die Flamme brennt.
Du bist so sehr mit der (äußeren) Hingabe beschäftigt,
und damit die Gurdawara, Moschee oder Kirche zu verschönern,
aber du siehst den inneren Tempel nicht.
Der menschliche Körper, in dem die Gotteskraft allezeit wohnt,
ist die höchste Form in der Schöpfung.”

Dann erwidert die Seele:

“O Geliebter, wie kann ich Dir mit meinen Worten danken.
Du hast die ganze Welt geschaffen – so viele Formen
und in jeder Form wohnst Du.
O mein Gott, wie groß Du bist, dass Du immer an diesen Tempel denkst.
Du hast uns das wahre Herz gegeben, einen Ort namens Har ki Pauri,
wo man den heiligen Rundgang (Parkarma) machen kann.”

Was ist Har ki Pauri?

Wenn die Seele zurückgeht, nimmt sie zuerst dort ein Bad. Har ki Pauri ist in uns. Wenn wir die Augen schließen, können wir Ihn an diesem Ort sehen.

“Ein Herz, in dem Du Platz nehmen konntest,
ist besser als tausende heilige Orte.
Hättest Du mir nicht diesen Körper geschenkt,
könntest Du nicht in meinem Herzen wohnen.”

Er gab uns den Weg unseres Lebens und schuf in uns einen Ort, an dem Er sich verbirgt.

Warum hat unserem Tempel tausendmal lebendigere Farben (als irgendeinem äußeren Tempel)?

Weil Er, der Geber von Naam, in uns ist und uns diese Farbe gibt. Er gibt uns Naam. Dieser Tempel wurde nicht von unserer Hand gebaut, sondern von Meisters Hand. Und unser Geliebter gab uns darin das Wasser Seines Segens, Seiner Gnade. Und durch die Gnade Seines Naam machte Er ihn stark wie Beton. Durch die unablässigen Bemühungen in der Meditation von Naam leuchtet in diesem Tempel immer das Licht.

Das ist der Tempel unseres kompetenten Vaters (Gott), darin ist immer der Schatz Seiner Berauschung zu finden. Es gibt nur einen Sakhi (Mundschenk), einen Satguru, und ein Gefäß, aus dem Er verteilt. Dieses Gefäß schuf Er durch Seine harte Arbeit. Und wenn die Seele in dieser Farbe gefärbt wurde, kann man sie in diesem Tempel (dem menschlichen Körper) erstrahlen sehen.

Dort verneigt sich die Seele und weint:

“O Gott, Du hast immer in mir gewohnt
und ich bin nur in der Welt umhergewandert.
Ohne Deine Gnade kann Dich niemand finden.”

Die Seele spricht weiter:

“Du hast uns in diese Welt geschickt,
Du füllst (das Gefäß mit Deiner Farbe) und wohnst in uns,
aber den Schlüssel behältst Du in Deiner Hand.
Ich kenne nur einen Ort, wo ich mich verneigen kann:
Dort wo Tag und Nacht in uns die verborgene innere Melodie erklingt.”

Durch den Tonstrom (Naam oder Wort) des Meisters erhebt sich die Seele und dann sagt sie:

“Heute konnte ich erkennen, dass es nur einen Ort gibt,
wo ich mich verneigen kann,
einen Ort der Hingabe an Ihn,
dort, wo immer Dein inneres Licht erstrahlt.
Wenn Du uns nicht segnest und führst –
durch die äußeren Wege können wir nicht nach innen gelangen.
Nur mit Deiner Gnade kann man sich über den Körper erheben.”

Diese Welt ist wie ein Urwald, und wenn man sich über den Körper erhebt, durchquert man Tausende Monde, Sterne und Sonnen.

Wenn Meister uns zum Sitz der Seele bringt, nimmt Er die Last der Seele auf Sich. Wenn ein Meister nicht fähig ist, die Last der Seele auf sich zu nehmen, ist er nicht kompetent. Wenn Meister ihr die Last abnimmt, wird die Seele ganz leicht und kann nach innen gehen.

Solange wir nicht die zweite Geburt, die Initiation von Meister, erhalten, kann Er uns unsere Last nicht abnehmen. Nur durch die Kraft von Naam, durch die Initiation, wird der Seele ihre Last abgenommen. Nur mit Hilfe Seiner Kraft können wir die innere Reise begehen. Nur wenn Er all Seine Gnade gibt, öffnet sich die Tür des inneren Wissens.

Warum kommen wir hierher?

Wir kommen hierher um Sein Wissen zu erlangen.

Denn das äussere Wissen bringt uns nur bis vor die (innere) Tür, das innere Wissen aber ist in uns. Diese (äussere) Welt ist verschwindend klein, verglichen mit der inneren Welt. Er schuf diese Welt und die inneren Welten.

Wie aber können wir nach Innen gehen und die inneren Welten betreten?

Nur durch Sein Licht– und Tonprinzip (Naam).

Wenn die Seele dorthin gelangt, wo Meisters Schatz liegt, gibt Er ihr die Frucht aus Seinem Schatz. Wir können die inneren Ebenen nur mit Hilfe der Kraft durchqueren, die direkt von Sat Lokh kommt.

So wie Tulsi Sahib sagte:

“O Seele, diese Welt ist voller Traurigkeit.
Solange wir nicht das Haus unseres Vaters betreten,
können wir uns nicht erheben.”

Und Guru Nanak Dev Ji sprach:

“Wenn euer innerer Ehemann (Gott) nicht bei euch ist,
seid ihr in einem Zustand, wie wenn man im Feuer brennt.”

Seid nicht dem Körper ergeben, sondern seid Ihm ergeben, der diesen Körper schuf und darin wohnt. Wenn ihr euch dessen nicht bewusst seid, dann hört auf eure Seele, damit ihr Ihm begegnet und eure Hingabe vollkommen wird. Es ist sehr schwierig für euch, wenn ihr nicht fähig seid, Ihn in eurem eigenen Haus, in eurem Körper, zu suchen.

Dieser Körper ist das Haus der Seele, er wurde für die Seele und Gott geschaffen (und beide wohnen darin). Und wenn ihr ihn innerlich reinigt, beginnt ihr zu suchen, dann erhaltet ihr Naam; wenn ihr intensive Bemühungen in der Meditation auf Naam einsetzt, könnt ihr eins werden mit Ihm.

Er hat in dieses “Gefäß” (den Körper) große Kraft gelegt und die Wurzel dieses Hauses kam direkt von Sat Lokh und dadurch sind wir am Leben. Und wir sollten erkennen, warum der Bewohner dieses Hauses (die Seele) hungrig und durstig ist.

Wie können wir Kraft erhalten, wenn unsere Seele hungrig und durstig ist?

Meister sagt,

“Ihr müsst für eure Seele sorgen, solange ihr lebt.
Er, der dieses Haus errichtet hat, lebt bereits darin.
Und ihr könnt den Zweck eures Lebens nur während des Lebens verstehen.
Wenn ihr jedoch nie eurer Seele Nahrung gebt, könnt ihr diese Kraft nie erhalten.”

Wenn unsere Seele hungrig bleibt, wird uns das nicht von Hilfe sein. Die Seele muss im Innern vor Meister erklären, wie hier (in diesem Körper) für sie gesorgt wurde.

Und wie müssen wir für diesen Körper sorgen?

So, wie man einen Wagen oder andere Dinge von innen und außen wartet.
Wenn ihr sie sorgfältig wartet und säubert,
werden sie reibungslos funktionieren und ihr könnt damit fahren.

Wie groß ist dieses Haus — man kann darin Meisters Farbe sehen und seinen Duft wahrnehmen. Aber dieser Körper ist nur solange von Wert, solange Atman — die Seele — darin ist. Und nur deshalb seid ihr voller Kraft und erhaltet dann die höchste Glückseligkeit von innen.

Guru Nanak Dev Ji sprach auch über den Körper und sagte:

“O Nanak, wer konnte Dich preisen, während er in dieser Welt lebte?”

Wer zum Gurmukh wird, gibt den Schauer Seines Segens weiter. Und hätte es keinen Gurmukh gegeben, hätte niemand die Kompetenz von Guru Nanak offenbaren können. Auch im Gurmukh ist die Seele und sie gibt ihm Farbe.

Wenn wir unser Atman, unsere Seele, glücklich machen, dann ist Gott glücklich. Und wenn Gott glücklich ist, können wir auch in dieser Welt die Frucht zu uns nehmen. Meisters Farbe ist Tag und Nacht in uns. Und wenn die Seele innen eintritt und den Vater oder inneren Ehemann erkennt, hat sie keinerlei Verhaftung mehr an diesen Körper.

Dann sagt Gott zur Seele:

“Du warst völlig mit der äußeren Form des Körpers identifiziert,
aber einst warst du ein Hansa (reiner Geist) im Sarovar.”

Auch Kabir Sahib sagte:

“O Hansa, reinige dein Inneres.”

Und weiter:

“(O Seele) einst bist du mit den reinen Hansas gereist,
aber als du in die Welt kamst,
bist du mit Staub und Schmutz in Verbindung gekommen.”

Meister (Gott) wohnt in uns, und wenn unsere Seele einen festen Stand im Innern erlangt, kann man es wahrnehmen. Und diese Kaaba (der Körper), in der Er wohnt, ist besser als tausend äußere Kaabas. Er sieht uns immer und entwickelt uns.

Wenn wir nach innen gehen, ist Er mit uns, und während wir im Körper leben, wird Er unser Freund. Das ist der Strom (der Gnade), der vom kompetenten Meister ausgeht. Und durch Seine Gnade erhalten wir jetzt die Farbe.

Wenn wir Seine Gnade sehen, füllen sich unsere Augen mit Tränen.
Seit langem wartet unser Geliebter im Innern auf uns.
Und Er, der allein mit euch Freundschaft geschlossen hat,
hat sich nicht anderen zugewandt.

Wenn die Seele in Sein Haus gelangt, betet sie vor Meister:

“O Meister, ich bin ein Reisender, der von weither kam,
schicke mich nicht weg von Deiner Tür ohne etwas zu geben.
Seit ich in die Welt von Maya ging, hatte ich Dich vergessen.
Heute bist Du mir begegnet und ich möchte nie wieder
von Dir getrennt sein.”

Warum erklärte Meister so viel über diesen Körper?

Der Körper ist keine äußere Maschine (um sich zu vergnügen und zu binden).

Meister sprach oft darüber, wie die Meisterkraft den Körper schuf und vorbereitete.

Bhakti oder Hingabe können wir nicht verwirklichen, indem wir nur darüber sprechen — wir müssen nach innen gehen, um sie zu erlangen und zu erfahren. Und dazu brauchen wir die Verbindung mit dem kompetenten Meister, damit unser Auge, das die Meisterkraft uns schenkte, geöffnet werden kann — das Auge, in dem Meister selbst wohnt. Und mit diesem Auge sandte Er uns in die Welt, damit wir sehen können.

Wohin aber sollten wir gehen?

Wir müssen zum Ort der inneren Hingabe (Bhakti) gehen und dort eintreten,
dann vergisst man diesen Körper, und dann gibt es nur mehr die Seele und Ihn.

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