Kapitel aus dem Buch “Für immer mit Meister, Band 1” von Dr Harbhajan Singh
Nach der Feierlichkeit anläßlich der Übergabe von Meisters Asche am Fluß Beas bei Kiratpur und in Hardwar kamen wir nach Amritsar zurück. Am nächsten Tag sprach Meister im Innern mit meiner Frau (Biji Surinder Kaur) über einen Test, der bei jedem Meister stattfindet, und den einer Seiner entwickelten Schüler bestehen muß.
Die Bedeutung des Tests
Nach dem physischen Weggang finden auch auf den höheren Ebenen bestimmte Feierlichkeiten statt, um den Meister dort zu empfangen. Einige der Bräuche, die hier in der Welt eingehalten werden, entsprechen diesen Zeremonien, die auf den höheren Ebenen stattfinden.
Danach muß jeder Meister mit einem seiner fortgeschrittenen und entwickelten Schüler einen Test durchführen. Dieser Schüler muß Seinen Meister im Bereich der negativen Kraft (Kal) beweisen.
Manche Schüler kompetenter Meister, die ihr Vertrauen in den Meister verloren hatten, wurden mißgeleitet und halfen der negativen Kraft, der Mission des Meisters zu schaden. Sie kamen alle unter die Kontrolle der negativen Kraft. Nach ihrem Tod wurden sie von der negativen Kraft erbärmlich behandelt. Furchtbare, harte Strafen wurden ihnen auferlegt, und sie wurden in den schlimmsten Teil der Hölle gebracht. Durch solche Beispiele wird den Seelen, die in der Hölle sind, so sehr Angst eingejagt, daß sie — wenn sie aus der Hölle entlassen werden oder in den menschlichen Körper zurückkehren — niemals einem Meister folgen möchten.
Nach dein physischen Weggang des Meisters ist Seine erste Aufgabe, solche Seelen aus der Hölle zu befreien, denn sie wurden von einem kompetenten Meister initiiert, und ihre Anwesenheit in der Hölle stärkt die Hand der negativen Kraft.
Es wird berichtet, daß auch Guru Nanak und Christus zur Hölle hinabstiegen. Würde die Meisterkraft in die brennende Hölle eintreten, würde diese erkalten und die Seelen darin würden aus der Hölle befreit.
( Anmerkung: Ein Meister kann nicht selbst in die Hölle hineingehen, denn es gibt bestimmte Regeln, die zwischen der positiven und der negativen Kraft vereinbart wurden. )
Die Meisterkraft fordert Kal auf, die Seelen freizulassen, und Meister beruft sich darauf, daß Er ihnen die Initiation gegeben hat. Während Kal (auf seine negative Art) sagt: »Für mich bist Du kein Meister, erst mußt Du Deine Kompetenz durch einen Schüler zeigen, den Du während Deines physischen Aufenthalts entwickelt hast.« Besonders, wenn ein neues Zeitalter eingeleitet werden soll, ist solch ein Test unvermeidlich. Ohne einen solchen Test kann Meister das nächste Zeitalter nicht einleiten, denn der Meister hat noch bestimmte Aufgaben zu erfüllen, die mit Seinen Kindern zusammenhängen.
Da Er (Sant Kirpal Singh) den Satpurusha erkannt hat und in die Welt geschickt wurde, um im Innern und im Äußern den Wandel hervorzubringen, muß Er nach dem Verlassen Seines physischen Körpers alle Konsequenzen tragen. Es gibt niedrige, schreckliche Bereiche voller Hinterhältigkeit, die die negative Kraft schon geschaffen hat und die sie immer mehr ausweitet.
( Anmerkung: Als der Mensch durch den Satpurusha in die Welt gebracht wurde, sah für das Kind die ganze Schöpfung schön und anziehend aus, denn es gab dort weder Höllen noch Himmel, keine Hindernisse und Fallgruben. Das Kind kannte die direkte und unabhängige Verbindung zu Seinem Vater. Das Gemüt wurde ihm nur als Diener gegeben, der ihm gehorchen sollte, denn die Seele könnte nicht ohne das Gemüt (auf dieser Ebene) bleiben. Als jedoch der Mensch während seines Aufenthalts in der Welt Wünsche über Wünsche schuf, wurde er durch die Verhaftung abhängig. Und mit jeder Verhaftung stärkte er die Hand der negativen Kraft, und die negative Kraft half ihm, sich durch das Gemüt immer mehr zu identifizieren. Intellekt und Gemüt übermannten die Seele und brachten noch das Ego hervor. So konnte der Mensch nicht anders, als Sünden zu begehen. Solange es keine Sünde gab, gab es auch kein Gefängnis. Die negative Kraft schuf die Hölle, nachdem der Mensch in der Welt Sünden begangen hatte.
Der Himmel in der Astralebene ist der Ort der Ridhis und Sidhis (übernatürliche Kräfte). Der gewöhnliche Mensch jedoch glaubt, der astrale Himmel sei das Haus seines Vaters.
Wo die Philosophien der Welt enden, beginnt die (wahre) Religion. Die Philosophie der Welt geht bis zur astralen und kausalen Ebene. Die Seele muß sich über die drei Welten erheben, und von dort führt der Weg weiter zu dem Himmel, wo unser Vater auf ewig lebt. )
Götter und Göttinnen schufen ihre Städte
Die Abhängigkeit des Menschen von verschiedenen Göttern und Göttinnen stärkte deren Hand und es gelang ihnen, Himmel und andere Orte, voller Annehmlichkeiten in der astralen und der kausalen Ebene, zu schaffen.
Die Rishis und Munis magerten ab bis zum Skelett, aber durch die starken Verhaftungen, durch die sie in diesen Ebenen gebunden waren, konnten sie sie (diese Ebenen) nicht überwinden und sich nicht darüber erheben.
Hundert Hindernisse auf dem Weg
Nachdem der Meister den physischen Körper verlassen hat, muß Er jedes Seiner Kinder rechtfertigen, indem Er alle Barrieren durch die von Ihm entwickelte und ausgewählte Seele überwindet. Die erste und die schwierigste Barriere ist die der negativen Kraft (Dharam Raj).
Wurde der Test mit der negativen Kraft in der Astralebene durch den Schüler bestanden, neigt die negative Kraft ihr Haupt, und der Weg ist frei, um die Hölle leer zu machen und diese Schüler alle aus der Hölle herauszubringen.
Kann der Schüler den Test der negativen Kraft nicht bestehen, scheitert die Mission des Meisters sowohl im Inneren als auch im Äußeren und hört auf, auf positive Art zu wirken. Dieselbe Mission gerät dann in die Hand sogenannter Meister und wird von ihnen kontrolliert. Außerdem werden alle Entscheidungen den Wandel zu bringen, in Agam Desh getroffen, und es gibt keinen anderen Weg, sie der negativen Kraft mitzuteilen, als sie durch den Schüler zu übermitteln, der den Test bestanden hat und fähig war, dort (in den Bereich der negativen Kraft) einzudringen.
Die Meisterkraft kann über Ihren eigenen Weg, den Weg in der Mitte, in die Astral- und Kausalebene heruntersteigen, doch links oder rechts davon einzugreifen liegt unter ihrer Würde und entspricht nicht dem Ansehen einer so hohen Kraft. Außerdem ist es eine allgemeingültige Wahrheit, daß Er, der die Gesetze geschaffen hat, sie auch respektiert.
Auswahl des Schülers
Die Auswahl eines Schülers, den der Meister während Seines physischen Aufenthalts entwickeln konnte, wird in einer Zusammenkunft aller kompetenter Meister in Agam Desh getroffen.
Vorbereitung für den Test
Der Meister zieht Seine Führung und Seine Kraft zurück und läßt dem Schüler nur den Segen und die Gnade, durch die der Schüler entwickelt wurde. Bevor der Test tatsächlich abgehalten wird, wird der Schüler im Innern von der Meisterkraft trainiert, wie er den schrecklichen Test der negativen Kraft bestehen kann.
Der Meister entwickelt Seinen Schüler und hilft dem Schüler, sich über die schrecklichen, furchterregenden Angriffe der negativen Kraft zu erheben. Vor dem Test beginnt Meister dann, sich innen und außen zu materialisieren und zu manifestieren. Der entwickelte Schüler wird eins mit Meister und nimmt den Test der negativen Kraft lächelnd an.
Beginn des Tests
Nachdem alle Formalitäten nach Meisters physischem Weggang abgeschlossen waren, sagte Meister zu meiner Frau (Surinder Kaur): »Die Meisterkraft braucht dich für den Test.« Sie stimmte zu, und Meister bestimmte den Ruhani Satsang Sawan Ashram, Amritsar, als Schauplatz für den Test.
Wir waren etwa 35 Personen, die im Ashram blieben und den Test mit ansahen. Die negative Kraft sagte, sie solle ihr nur für zwei Tage ausgeliefert werden, Meister jedoch erklärte, daß Sein Schüler sich acht Tage lang dem Test stellen werde.
Sie wurde der negativen Kraft überlassen, und sofort begann der Test. Ihre Kehle war zugeschnürt, ihre Augen bluteten fast, und sie wurde unter Druck gesetzt zu sagen: »Mein Meister ist nicht Kirpal.« Mit zugeschnürter Kehle sagte sie (Biji) jedesmal:
»Mein Meister ist Kirpal!«
Manchmal wurde sie gegen die Wand geschleudert und einmal so zu Boden geschmettert, daß der untere Teil des Rückgrats beschädigt und die Wirbel nach innen gedrückt wurden. Manchmal wurde ihr ganzer Körper wie ein Bündel zusammengepreßt, und man konnte mit bloßem Ohr das Krachen der Knochen hören.
Der Test wurde Tag und Nacht ohne Unterbrechung drei Tage lang fortgesetzt. Ihr Körper war in einem leblosen Zustand, sie war unfähig, die Augenlider zu bewegen, ihre Kehle war zugeschnürt, und immer wieder sagte man ihr, sie solle sich der negativen Kraft hingeben und von der Meisterkraft ablassen. Die negative Kraft sagte: »Er ist nicht bei dir, und der, der dich verlassen hat, kann dir auch in Zukunft nicht helfen. Du bist in meiner Gewalt und niemand kann dich retten.« Aber während sie noch viel mehr solche schreckliche Drohungen von Dharam Raj gar nicht beachtete, bekannte sie sich von ganzem Herzen zu Kirpal als ihrem Meister.
Als sie am Boden lag und nicht einmal fähig war, ihre Augenlider zu bewegen, sagte die negative Kraft zu Meister: »Jetzt habe ich meine Flagge hoch über allem gehißt, und niemand kann etwas dagegen tun.« Kal sagte weiter, sie werde jetzt ihren zerbrochenen und nutzlosen Körper innerhalb von drei Tagen verlassen. Falls sie doch überlebe, dann nicht länger als für drei Jahre.
Doch anstatt nach acht Tagen war der Test nach drei Tagen beendet. Die negative Kraft wurde aufgefordert, den Test fortzusetzen. Aber mit jedem Test verlor die negative Kraft an Stärke und war unfähig, sich auf den Füßen zu halten,
3000 Seelen werden aus der Hölle befreit
Bald nach dem Test war Meisters Größe in allen Ebenen bestärkt. Götter, Göttinnen und Avatare erfreuten sich an Meisters Herrlichkeit, 3000 Seelen wurden aus der Hölle befreit.
Sie kann wieder auf den Füßen stehen
Nachdem Kal erklärt hatte, sie würde in drei Tagen sterben, erklärte Meister, daß sie nach drei Tagen auf den Beinen stehen werde. Wir alle waren Zeugen, wie die Meisterkraft sie einige Zeit lang ständig behandelte, um die Zerrungen zu beheben. Durch diese Übungen konnte sie ihre Glieder und ihre Augenlider wieder bewegen, aber ihr ganzer Körper schmerzte furchtbar. Meister setzte diese Übungen drei Tage lang fort, und am dritten Tag konnte sie mit Hilfe von zwei Personen ins Bad gehen.
Die Fahne wird zu Boden geschmettert
Ein einziges Mal lenkte Meister Seine Aufmerksamkeit darauf, und die Fahne, die die negative Kraft so hoch gehißt hatte, wurde zu Boden geschmettert.

