Rundschreiben von Sant Kirpal Singh, 6. Juni 1967
Liebe Kinder des Lichts,
wie begünstigt seid ihr, dass ihr in den geheimen inneren Pfad initiiert worden seid, der zum Reich Gottes führt, dem Reich, das nicht durch äußere Betrachtung kommt, sondern das in euch liegt.
Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel des Heiligen Geistes seid?
— 1. Korinther 6:19
Ihr seid es wahrlich und habt selbst in euch die ersten Offenbarungen der Gottheit bezeugt, wobei es nichts zu sagen hat, auf welcher Ebene entsprechend eurem geistigen Stand und der Empfänglichkeit, die ihr entwickelt habt.
Ihr habt gesehen, was die vielen Propheten und weisen Männer
zu sehen wünschten, aber nicht gesehen haben,
und ihr habt gehört, was sie zu hören wünschten,
aber nicht gehört haben.
— Matthäus 13:17
Gott ist Geist und kann nur im Geiste angebetet werden. Ihr müsst darum versuchen, das Körperbewusstsein zu überschreiten und danach streben, euch in ein Bewusstsein höherer Ordnung — ich meine, die spirituelle Bewusstheit — zu erheben, statt an eure eigene Person oder an irgendjemand anderen gebunden zu bleiben, wie groß einer in den eigenen oder in den Augen anderer auch immer scheinen mag.
Grundsätze sind höher, viel höher als Persönlichkeiten, würde ich sagen. Menschen kommen und gehen. Die Verehrung eines Menschen, der Personenkult, mag eine Weile bestehen, doch Grundsätze, die spirituellen Werte, sind beständig und überdauern die Zeit.
Euer Hauptinteresse sollte jetzt sein, die inneren Erfahrungen, die euch gewährt wurden, zu entwickeln.
Liebt die wirkende Gotteskraft mit eurem ganzen Gemüt,
mit eurem ganzen Herzen, mit eurer ganzen Kraft
und mit eurer ganzen Seele.
— Matthäus 22:37, Markus 12:30
Dies wird euch in die Lage versetzen, euch über alle Maßen auszudehnen, bis ihr die Ganzheit Seines Seins umschließt, weit über Parteizugehörigkeiten, Parteipolitik und jegliches politisches Handeln hinaus.
Ein Baum wird an den Früchten erkannt, die er trägt.
— Matthäus 12:33
Rühmt die Gotteskraft und ihr werdet wiederum gerühmt werden, ohne irgendeine Anstrengung eurerseits. Das ist das Gesetz. Noch einmal, ein fruchtbeladener Baum beugt sich durch die Früchte, die er trägt. Sucht die göttlichen Tugenden der Liebe, Demut und des Verstehens für alle zu entwickeln und zu erlangen. Wen gibt es da unter der Sonne, der keine Fehler und Unzulänglichkeiten hat?
“Bei all unserer Rechtschaffenheit sind wir nur schmutzige Lumpen.”
— Jesaja 64:6
Seid freundlich und höflich zu allen. Höflichkeit kostet nichts, bringt aber reichen Gewinn. Das menschliche Herz ist wahrlich der Sitz Gottes und muss immer und um jeden Preis heilig gehalten werden, ganz gleich unter welchem Opfer. Lernt friedfertig und freundschaftlich miteinander zu leben und achtet die Gefühle und Empfindungen der anderen.
“Dient einander durch die Liebe”
— Galater 5:13
. . . sollte eure Lebensregel sein. Ein liebevoller Dienst ziert sowohl den Dienenden als auch dem gedient wird.
Die obigen Anordnungen sind allgemein gültig, nein, sie gelten mit größerem Nachdruck für die Gruppenbeauftragten und Repräsentanten des Meisters, denn sie müssen allen, die sich in ihrem Einflussbereich befinden, ein besseres Vorbild sein.
Sie müssen wissen, dass sie nur Werkzeuge des Göttlichen Planes sind und nicht das Schwungrad selbst, das die Anlage betreibt. Bis sie nicht in liebevoller Harmonie problemlos zusammenarbeiten, ist es möglich, dass sie durch die ständigen Reibungen Hitze erzeugen, was nicht nur der Qualität ihrer Arbeit, sondern auch ihnen selbst, schadet.
Ihr seid das Salz der Erde,
aber wenn das Salz seinen Geschmack verliert,
womit soll dann gesalzen werden?
Es ist dann für nichts gut.
— Matthäus 5:13
Sollte die schützende Hecke selbst beginnen, das bestellte Land anzunagen, das sie umschließt, könnt ihr euch gut vorstellen, was von den bewirtschafteten Feldern noch übrig bleiben würde — nichts als ein verseuchtes, ödes Land ohne irgendeinen Ertrag.
Es dient kaum einem nützlichen Zweck, irgendjemand zu verleumden oder Gründe zu nennen für etwas, was auch immer einer sagt oder tut, denn es ist uns nicht gegeben die Gedanken eines Menschen zu lesen, wenn wir nicht einmal unsere eigenen lesen können.
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet
und in der Göttlichen Waage als zu leicht gefunden werdet.
— Matthäus 7:1
Deshalb klagt niemand an, noch weniger eure Kollegen, Glaubensbrüder und -schwestern.
Im Falle ehrlicher Meinungsverschiedenheiten, die sich dann und wann erheben mögen, versucht, sie liebevoll und privat auszubügeln, anstatt in öffentlichen Versammlungen und an öffentlichen Orten schmutzige Wäsche zu waschen, indem ihr einen widerlichen üblen Geruch verbreitet. Wenn ihr das aus dem einen oder anderen Grund untereinander nicht könnt, tut ihr gut daran, das Problem dem Meister zu unterbreiten, um die scheinbar abweichenden Ansichten zu lösen und in Einklang zu bringen.
Darum ermahne ich euch alle, liebevolle und freundliche Beziehungen untereinander zu bewahren als Kinder desselben Vaters und nichts zu tun, das irgendeinen den Finger gegen euch erheben lässt und das Höchste Wissen — die Wissenschaft des Jenseits — zu dem ihr nach einer Entwicklung durch vergangene Zeiten gelangt seid, in schlechten Ruf bringt.
“Ihr seid das Licht der Welt”
— Matthäus 5:14
. . . und solltet daher dieses Licht auf der Spitze des Berges so hoch halten, dass jene, die es selbst aus der Entfernung sehen, ermutigt werden, euch um Rat zu fragen und euch und die Meisterkraft, die euch dabei geholfen hat, für euren weisen Rat segnen. Als solches müsst ihr euren Glaubensbrüdern und – schwestern helfen und sie festhalten in ihrer liebevollen Hingabe an den Meister, statt zwischen sie und den Meister zu treten, denn alle gehören zu Ihm.
Wir alle sind in der Tat Fruchtsammler im Weingarten des Herrn. Wir haben nichts in uns, was uns Seiner Gnade empfehlen könnte. Die Puppen in einem Marionettentheater tanzen nicht von selbst, sondern werden durch den Drahtzieher hinter der Bühne bewegt. Sich selbst bei der Mitarbeit im Werk des Meisters irgendeine Bedeutung zuzumessen, ist edlen Seelen, wie ihr es seid, nicht würdig.
Wir alle gehören zum Meister und stehen für den Meister ein, sind aber nicht der Meister — wir sind Gurbhais (Ergebene des Meisters) und nicht der Guru — denn die Gurukraft ist nur in Einem, der von oben beauftragt wurde. Der Meister weiß am besten, wie der Göttliche Plan auszuführen ist. Lasst uns darum unseren individuellen Willen Seinem Willen unterstellen und uns niemals selbst für die Gaben rühmen, die Er uns frei und liebevoll gewährte. Was ist denn schließlich an den Rohren, die einfach das erfrischende und lebenspendende Wasser, das aus der überirdischen Quelle (der Meisterkraft) kommt, weiterleiten?
Die Größe des Meisters ist nicht an der Stärke seiner Gefolgschaft oder am äußeren Glanz seines Hofes zu messen Er ist nicht auf Reichtum oder Name und Ruhm aus, noch auf eine große Anzahl an Menschen, die ihm nachfolgen. Er steht auf der Spitze des Berges und weiß, in wessen Herz das Feuer der Angst und Verzweiflung schwelt und kommt wie der Sauerstoff auf so vielen verschiedenen Wegen, um die Flamme liebender Hingabe in ihnen zu entfachen.
So sollte niemand empfinden, dass er oder sie unentbehrlich ist und sich aufspielt, was andere übelnehmen oder bekritteln mögen. Bedenkt, dass wir Seine Herrlichkeit weder vergrößern noch schmälern können. Wenn wir in Seinem Werk irgendeinen Dienst leisten können, mag das im Gegenteil als Vorrecht genommen werden, das uns durch Seine Gnade zufällt.
Letztendlich hoffe ich, dass jeder von euch, welche Stellung er im Leben auch hat und welchen Platz er auch immer im Verwaltungssystem einnimmt, um die heilige Sache zu unterstützen, sein Scherflein nach bestem Vermögen im Geiste liebevollen und selbstlosen Dienstes beitragen wird und versucht, sich selbst innerlich zu bereichern, indem er in seinem jeweiligen Wirkungskreis in Frieden und Freundschaft lebt und nur Wohlgeruch an alle um ihn herum verströmt, da wir alle Kinder in der einen großen Menschenfamilie sind.
Letztendlich hoffe ich, dass jeder von euch, welche Stellung er im Leben auch hat und welchen Platz er auch immer im Verwaltungssystem einnimmt, um die heilige Sache zu unterstützen, sein Scherflein nach bestem Vermögen im Geiste liebevollen und selbstlosen Dienstes beitragen wird und versucht, sich selbst innerlich zu bereichern, indem er in seinem jeweiligen Wirkungskreis in Frieden und Freundschaft lebt und nur Wohlgeruch an alle um ihn herum verströmt, da wir alle Kinder in der einen großen Menschenfamilie sind.
Noch eine weitere Sache, die ich zum Nutzen aller Lieben auf dem Pfad mit Nachdruck betonen möchte. Wenn überhaupt jemand von euch zu irgendeiner Zeit glaubt, dass ihr am meisten begünstigt seid, was die göttlichen Offenbarungen betrifft, dann solltet ihr Zurückhaltung üben und in der Gemeinschaft den Anstand wahren, anstatt euch von der emotionalen Flut mitreißen zu lassen, die euch den Boden unter euren Füßen verlieren lässt.
Demut ist die erste und letzte Zierde, die eine edle Seele schmückt.
Meine besten Wünsche sind immer mit euch. Nichts wird mich mehr freuen, als zu sehen, dass ihr alle auf dem spirituellen Pfad gefestigt, mit gegenseitiger Wertschätzung, Schulter an Schulter voranschreitet und eine starke spirituelle Gruppe bildet, so dass jene, die euch sehen, euch bewundern und durch euch inspiriert werden.
Ich wünsche euch allen miteinander eine glückliche Reise auf dem Gottespfad.
Herzlich Euer


