Lass jeden Tag ein neues Leben für dich sein!

Auszug aus einem Herz-zu-Herz Gespräch von Dr. Harbhajan Singh in St. Gilgen, am 31. Dezember 1992

Let every day be a new life for you!  by Dr Harbhajan Singh (20:32)

Mit dem Beginn des Neuen Jahres müssen wir uns in das höhere Bewusstsein erheben, um uns dem ewigen Leben zu widmen.

Jedes neue Lebensjahr das uns gewährt wurde
sollte uns im Inneren Licht und Leben schenken.

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Und jedes Jahr hat seine eigene Bedeutung im Leben des Menschen. Denn das Wetter ändert sich: mal ist es Winter, mal ist es heiß — und genauso ändern sich auch all unsere Gewohnheiten.

Geografisch betrachtet, findet man unzählige Unterschiede zwischen den Menschen. Sie haben unterschiedliche Geschmäcker, unterschiedliche Lebensweisen und unterschiedliche Ansichten zu verschiedenen Themen.

Doch wenn Meister in die Welt kommen, vermitteln sie uns eine einzige Botschaft. Sie sagen:

“Erhebt euch über diese Dinge, damit sie euch nicht beeinflussen.
Ihr solltet stets neues Leben in euch tragen.
Ihr solltet euch erinnern, dass ihr auf das Ziel zugeht,
dass ihr dem Ziel ganz nahe kommt.”

So hat Sant Kirpal Singh, der so viel Wunderbares in der Welt geleistet hat, uns seinen Lebensimpuls gegeben.

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Dieses Herz, es ist der Thron Gottes, auf dem Gott in uns wohnen muss, und daher muss es stets rein bleiben. Deshalb müssen wir im neuen Jahr viele, viele Fehler an uns erkennen. Die Fehler sind da, niemand auf der Welt ist fehlerlos.

Doch wer zu einem bewussten Mitwirkender am göttlichen Plan wird, dessen Fehler verschwinden aus ihm, sie entweichen aus ihm. Denn dann finden sie keinen Platz mehr in ihm. Dann müssen sie weichen.

Wir sollten uns also täglich an unsere Lektion erinnern. Und was lehrt uns diese Lektion?

Sehr achtsam mit uns selbst und der Mission des Meisters umzugehen.

Denn als erstes haben wir direkten und unabhängigen Kontakt zu dieser Kraft. Und es gibt nur einen Handelnden: die Meisterkraft, Gotteskraft, oder das Personifizierte Wort, und diese Kraft schafft eine Verbindung mit uns.

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So wie uns die Bibel sagt,

“Darum sollt ihr vollkommen sein,
gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.”
— Matthäus 5:48

Und wie entsteht diese Vollkommenheit?

Vollkommenheit entsteht durch den Vollkommenen Einen. Diejenigen, die vollkommen sind, lehren uns die Lektion der Vollkommenheit.

Ohne dem Vollkommenen Einen kann es keine Vollkommenheit geben. Denn es gibt immer eine Ausstrahlung, die vom Vollkommenen Einen ausgeht. In jedem Augenblick, jedes Mal, wenn wir mit einer solchen Persönlichkeit in Kontakt kommen, lernen wir etwas. Unser Bewusstsein wird erhoben, unser Bewusstsein wird dadurch weiterentwickelt.

Was ist seine Absicht?

Der Eine der vollkommen ist, Er wird dich niemals an sich binden, er wird niemals mit eine Verbindung sich selbst schaffen. Er stellt nur diese direkte Verbindung mit der Gotteskraft her. Er selbst ist schon mit Gott verbunden und wird diese Verbindung mit Gott herstellen. Auch eure Verbindung — er verbindet euch dort (im Inneren mit Gott), und seine Absicht ist dieselbe, sage ich euch. In diesem Zusammenhang kennen wir also unser Thema, und daher müssen wir sehr vorsichtig sein.

Zweitens sollten wir eine Sache aus unserem Herzen entfernen: Wir sollten niemals kritisieren, an jemandem zweifeln oder ihn beschuldigen. Diese drei Dinge sollten wir uns stets vor Augen halten, denn sie entspringen aus unserem Gemüt.

Es ist eine Gewohnheit des Gemütes —
zu kritisieren, zu beschuldigen oder an jemandem zu zweifeln.

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Der Meister sagt,

“Wenn ihr Schwierigkeiten, Schwächen
oder sündhafte Taten bei jemandem entdeckt,
versucht, diese auszumerzen. Helft ihm dabei.
Doch wir sollen kein Öl ins Feuer zu gießen.
Sondern wir sollten immer versuchen sie ausmerzen.
Und ihr wißt, dass wir das ganz liebevoll machen müssen.”
— Sant Kirpal Singh

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In einem Haus (dem menschlichen Körper) herrscht Dunkelheit. Dieses Haus ist sehr, sehr alt, vielleicht 40, 60, 30, 20 oder fünfzig Jahre alt. Es ist vollkommen finster. Man kann die Dunkelheit nicht einfach durch Schlagen mit einem Stock vertreiben. Man muss nur ein Licht entzünden, das Licht der Liebe. Innerhalb von Sekunden — allein durch das Entzünden dieses Lichts — wird man erkennen, dass alles im Haus (dem Körper) ist. Es gibt keinen anderen Weg, die Dunkelheit zu vertreiben. Auf diese Weise kommen wir mit weiteren Tugenden in uns in Berührung.

Ihr wißt, viele Menschen — vielleicht auch viele unter uns — haben Angst, sich ihrer Probleme, ihrer Fehler oder Sünden zu entledigen, aus Furcht, dass diese ans Licht kommen und ihnen Schande bringen könnten. Aber seid euch bewusst, es gibt einen Weg!

Ihr wisst dass das Gemüt ständig durch diese Öffnungen (Sinnesorgane) nach aussen läuft. Das Gemüt hat so viele Anlässe, uns über diese Sinne zu schaden. Und solange wir irgendetwas Böses und Sünden in uns behalten, dann hält uns das von der Wahrheit (Gott) fern.

Denn das Gemüt — es wird Gemüt oder Schlange genannt — hat seine Eigenheiten . . .

Diejenigen, die das Gemüt im Inneren sahen,
sie sahen die Schlange im Inneren.

Es heisst, das Gemüt ist eine Schlange. Und es bringt Ungleichgewicht und Unebenheiten ins Leben des Menschen. Ihr wisst, eine Schlange bewegt sich sehr schnell auf unebenem Untergrund, aber nicht auf glattem Boden, da rutscht sie aus und kommt nicht voran.

So verhält es sich auch mit dem Gemüt. Wenn wir unausgeglichene Dinge in unserem Herzen haben, dann wird das Gemüt stark darauf reagieren. Um dieses Problem zu beseitigen, gibt es ein sehr wirksames Mittel: Wir sollten keine negativen Gedanken in uns behalten, sondern wie sollten sie klären und auflösen. Mit guten Gedanken, guten Taten und guten Handlungen können wir sie überwinden.

Denn welche Taten (Sünden) wir schon getan haben, wir sollten das alles vergessen. Wir sollten uns überhaupt nicht daran erinnern, aber wir sollten es auch nicht in unsere Gedanken aufnehmen. Denn Gedanken sind sehr mächtig. Wenn wir an so etwas denken, fliesst es in unser Unterbewusstsein und löst dort eine Reaktion aus.

Es gibt Lösungen, wenn wir etwas in Taten umsetzen. Aber was wir nicht ausführen, das behalten wir nur in Gedanken. Doch wenn die Gedanken “gedankenlos” werden, gewinnen sie an Macht und wirken in unserem Bewusstsein, und in unserem Unterbewusstsein, und lösen dort eine Reaktionen aus.

Denn weil diese Gedanken unbeachtet bleiben, werden sie nicht gelöscht. Es ist, als würde man Erde auf Erde streuen, und sie wird dadurch sehr schwer.

Wir müssen sehr auf unsere Gedanken achten,
auf unsere Sünden oder Übel, falls wir etwas begangen haben.
Wir sollten sie durch gute Gedanken,
gute Taten und gutes Handeln wegwaschen.
In unserem Leben sollten wir nicht einmal daran denken.

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Wir schenken diesen Kleinigkeiten keine Beachtung, aber im Inneren wachsen sie zu gewaltigen Bergen heran.

Es ist also alles eine Frage des Gemüts. Einmal fragte ich unseren Meister Sant Kirpal Singh: “Meister, es gibt so viele Ansichten, so viele Wege und Mittel, die von vielen Meistern beschrieben und erklärt wurden, wie man das Gemüt beherrscht, wie man seine Wünsche überwindet. Aber viele davon sind nicht so einfach, nicht so leicht in unserem Leben anzuwenden, denn wir Menschen können das Gemüt nicht einfach loswerden.“

Der Meister sagte: “Ich zeige dir einen ganz einfachen Weg um das Gemüt zu beherrschen.” — ihr wißt ja, das Gemüt ist wie ein Feuer — und Meister sagte,

“Lass das Gemüt in seinem eigenen Feuer brennen.”
— Sant Kirpal Singh

Das hat mir sehr geholfen — ich spreche aus Erfahrung — es hat mir wirklich sehr geholfen. Immer wenn das Gemüt in mir ein Feuer entfachte, schenkte ich ihm keine Beachtung. Ich dachte an den Meister. Ich wusste, dass es ein Spiel des Gemütes ist. Dann dachte ich an die Mission, dann wiederholte ich den Simran, dann dachte ich an die Meisterkraft.

Also ließ ich es los. Ohne meine Aufmerksamkeit kann es nichts bewirken.

“Lass das Gemüt in seinem eigenen Feuer brennen.”

Es ist von der Meisterkraft ausgesprochen worden, es hat einen positiven Wert für unser Leben, deshalb müssen wir diesen Rat befolgen.

Was Er uns gesagt hat, betrifft also nicht nur mich, sondern euch alle. Tut es! Denn zwei Dinge sind besonders wichtig: Eure Gedanken — Gedanken sind sehr mächtig — wenn ihr denken müsst, dann denkt auf die rechte Weise, denkt an die Entwicklung eurer Seele . . .

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Wenn wir einen starken Wunsch haben, etwas (positives) in unserem Leben zu erreichen, hört es der Vater und hilft uns sehr. Er sieht, dass Sein Kind Ihn braucht, und wird sich uns zuwenden, denke ich. Wenn wir wirklich unser Gemüt überwinden wollen, unsere Wünsche überwinden wollen, wird Gott uns helfen, ganz gewiss. Wenn wir unser Leben wirklich festlegen und eine dauerhafte Entscheidung treffen, dann wird uns diese Kraft sofort beistehen.

ihr wisst, wenn man ein Medikament bekommt, ist man von der Krankheit geheilt. Man sollte nicht wieder daran erkranken. Und nun muss man dieser Krankheit dauerhaft widerstehen.

Um resistent gegen die Krankheiten des Gemütes zu werden, muss man in seinen Handlungen, Taten und Gedanken sehr gut sein. Unsere Gedanken, Taten und Handlungen müssen rein und kraftvoll sein — dann wird der Gemüt nicht wieder in uns herumlaufen. So müssen wir dieses irdene Gefäß (Körper) reinigen.

Kabir sagt,

“Dein Leben auf dieser Welt ist sehr kurz, das sage ich dir.”

Er sagt,

“Dieses Leben währt nur vier Tage.”

Dieser menschliche Körper ist wie ein Krug, ein Gefäß, das das Wasser des Lebens in sich birgt. Wenn der Krug zerbricht, verschwindet damit auch das Spiegelbild im Wasser.

Das Leben ist ein kostbares Erbe. Wir verlieren es aus nichtigen Gründen und schenken ihm keine Beachtung. Wir verkennen seine wahre Bedeutung. Dabei liegt eine Wahrheit darin. Das Wasser des Lebens wird dadurch verdorben. Dann können wir es nicht mehr nutzen. Gott weiß, ob Er uns wieder mit diesen Körper segnet oder nicht. Wenn Er uns nicht segnet, was können wir tun? Wenn Er uns nicht erlaubt, wieder in diesen Körper zurückzukehren? Dann müssen wir es bereuen. Wir müssen Ihm ein Versprechen geben, erst dann wird uns wieder ein menschlicher Körper gegeben.

Doch der Mensch hat die Gewohnheit, zu etwas lernen und auch wieder zu vergessen. Er kann etwas Gutes verlieren und er kann etwas Schlechtes in seinem Leben lernen. Das spielt keine Rolle, es bedeutet nicht, dass wir im nächsten Leben fähiger sein werden, im Gegenteil, unser Zustand kann im nächsten Leben noch schlechter sein. Der Meister möchte uns daher niemals ein weiteres Leben geben (sondern wir sollen in diesem Leben zurückgehen).

Der Meister sagt,

“In diesem Leben kannst du alles erreichen.
Jetzt ist die rechte Zeit, für Gott zu leben und zu arbeiten.”

In diesem Zusammenhang wünsche ich euch allen, dass ihr auf praktische Weise damit umgeht.

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Was immer unsere Seele begehrt, das ist ganz anders als unsere Wünsche (des Gemütes). Wenn wir wirklich die Sehnsucht unserer Seele beachten, dann wird es ein wunderschönes Schauspiel in unserem Leben sein.

Im heutigen Satsang sind wir dem Neuen Jahr schon sehr nahe, in einer halben Stunde werden wir das Jahr 1996 beginnen . . .

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Wir alle sind Söhne und Töchter des einen Vaters und müssen in ihm erwachen.

Wer seinen Nächsten nicht liebt, kann auch den Vater nicht lieben. Wenn wir den Vater in jedem Menschen erkennen, lieben wir dann auch jeden? Wir werden ihn gewiss lieben. Denn wer den Meister in sich selbst nicht sieht, der sieht ihn auch nicht in anderen — das ist ein Problem.

Wenn jemand die Nähe (unseres Vaters) spürt,
Mit Gewissheit wird sich sein Blickwinkel ändern.

Nur wenn sich uns diese Gelegenheit für einen Tag oder eine Stunde bietet, sehen wir, wie sehr wir uns verändert haben, wie unsere Gedanken beginnen positiv und kraftvoll zu werden und wir in niemandem mehr einen Fehler finden.

Wir sehen, dass die Fehler bei uns selbst liegen,
und nirgendwo sonst Fehler sind.

Kabir sagt,

“Wenn auch wir nicht gut sein mögen,
ist dennoch niemand schlecht auf der Welt,
das sage ich euch.”

Dies sind die Worte einer der höchsten Seelen der Welt, eines der höchsten spirituellen Führer, der auf die Erde kam. Lasst uns immer mit Ihm leben. Nicht nur für eine gewisse Zeit, nicht nur um die Wirkung für eine gewisse Zeit zu sehen — nein — für immer.

Wir müssen bis zum letzten Atemzug für Ihn leben,
denn wir müssen in Ihm erwachen,
wir müssen mit Ihm das ewige Leben leben.

Und dieses ewige Leben ist das Thema aller kompetenten Meister.

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Das sind also die Dinge, die ich euch sagen wollte, denn sie sind von großer Bedeutung und begleiten uns unser gesamtes Leben lang, nicht nur in bestimmten Lebensabschnitten. Sie sind unser Erbe und eng mit unserem Erbe verbunden — all diese Dinge sind sehr wichtig. Wenn ihr sorgsam damit umgeht, werden sie wie Juwelen und Rubine auf dem Thron verankert sein, auf dem ihr für immer weilen werdet. Und alles, was ihr für Ihn verwendet und tut, trägt diesen Wert in sich.

Deshalb hat Kabir gesagt:

“O Mensch, dein Haus, in dem du ewig wohnen wirst,
ist sehr, sehr stark. Nimmst alles und verschönerst es dort.”

Das ist unsere Aufgabe, und wir sollten unsere Aufgabe — den Zweck unseres Lebens — niemals vergessen.

Vielen Dank. Ich wünsche euch alles Gute im Neuen Jahr und hoffe, dass wir für immer zusammenbleiben — das ist mein Wunsch, und das ist der Wunsch des Meisters. Unsere Wünsche müssen sich mit dem großen Wunsch von Meister vereinen.

Nochmals vielen Dank.

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“Ich wünsche dir ein heiliges Leben,
heilige Gedanken, gute Taten
und gute Werke, für alle Zeiten.”
— Dr Harbhajan Singh

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