Von Dr. Harbhajan Singh
(Aus der Broschüre „Initiation — the Contact with Naam“)
Trickreiche Leute schaffen Verwirrung
und verwirrte Menschen folgen ihnen nach
und sehen sie als ihren Meister an,
und durch diese Verwirrung gehen sie nicht weg von dort.
— Dr Harbhajan Singh
Im Herzen Verwirrung zu stiften, ist das, was die “sogenannten Pole” (Menschen, die sich als Meister oder kompetente Lehrer ausgeben, aber selbst nicht kompetent sind) tun. Direkt oder indirekt sind sie mit der negativen Kraft (Kal) verbunden. Sie selbst wissen nicht, welche Konsequenzen dieses Spiel hat und können es auch anderen nicht klar machen.
Lehrer und Schüler leben beide in Täuschung (Maya),
die sie für das Wirken Gottes halten.
Wunder, die ein Spiel der astralen Kräfte sind, beeindrucken solche Menschen und bringen sie in die Gemeinschaft der negativen Kraft. Wer Freude an diesen Wunderkräften hat, dem fehlen die positiven und höheren Werte des Lebens, (er kann sie nicht wiedererlangen) bis er wirklich den Weg zu einem erwachten Menschen findet.
Die Wunder, die diese verwirrten Menschen zeigen, sind
die Ausbrüche der astralen Einflüsse in die physischen Welt
und rufen bei ihnen viele Krankheiten des Gemüts hervor.
Die Krankheiten des Gemüts entstehen also durch
diese astralen Einflüsse auf das Gemüt.
Vereinfacht gesagt — psychischen Krankheiten
oder die Krankheiten des Gemüts sind astrale Krankheiten.
Die meisten Menschen wollen Frieden des Gemüts erlangen und werden leicht von der negativen Kraft und den astralen Einflüssen, die auf sie einwirken, missgeleitet.
Es gibt ganz seltene, besondere Menschen, die nicht danach verlangen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen, und deren Wünsche erfüllt werden, ohne dass sie danach verlangen. Sie sind die Gesegneten, denen Gott alles offenbart, was sie brauchen.
Alle anderen sind so (aufgrund ihrer Wünsche) durch Geben und Nehmen gebunden, denn es gibt keine Befreiung aus Gnade ohne den gnadenvollen Meister. So verlieren alle diese Menschen ihr Kapital, denn die Zinsen steigen sosehr, bis sie ihr ganzes Kapital verloren haben und auch ihre positive Sichtweise.
Der Körper möchte die Dinge, wofür er eine Vorliebe hat, auf immer feinere, subtilere Weise erlangen, und diese Wünsche haben kein Ende. Darum freut man sich noch mehr darüber, wenn man dieser Dinge als astrale Erscheinung sieht. Man ist aber nur unwissend und kennt nicht dieses Spiel, das nur Schall und Rauch ist. Die Wunder, die wegen unserer Wünsche geschehen, beeinträchtigen unser Gemüt und man bleibt dann in Gedanken darin verstrickt.
Im Glauben des Meisters ist die Frucht des Lebens.
Jemand mag sich im Äußeren als Meister in Pose setzen, sich als heiligen Menschen darstellen und mit der Hilfe von Buchwissen als große heilige Persönlichkeit auftreten, aber sein inneres Leben hat sich nicht geändert. Wie lange wird eine solche Show andauern? Letzten Endes muss die Katze aus dem Sack. Wie lange werden die Leute dem Glauben schenken?
Auch wenn man Schmutz mit einem Seidentuch bedeckt, wird er trotzdem übel riechen. Äußere Show und “so tun als ob” haben die wahre Lebensweise verdrängt. Ein guter Schauspieler ist bei allen beliebt. Wenn aber die Menschen bittere Erfahrungen gemacht haben, weil ihr Bedarf nicht erfüllt wurde, beschimpfen sie (den, der ihnen nichts geben konnte). Sie sollten sich auch beschweren, schließlich hatten sie Kopf und Herz dafür gegeben. Daher sagt Meister:
“Glaubt nur, wenn ihr selbst seht.”
Ohne Sehen wird der Glaube zu einem Mysterium, das man manchmal das ganze Leben lang nicht lösen kann.
Meister sagt uns:
“Lesen, Schreiben, Gefühle, Emotionen,
Schlüsse ziehen — alle sind dem Irrtum unterworfen,
Sehen steht über allem.”
“Alles weltliche Disputieren ist falsch und nutzlos.”
Es gibt zwei Arten von Wissen — das eine ist das Wissen des Herzens, das andere ist auf Buchwissen gegründet. Das Wissen des Herzens ist leicht und voller Berauschung — sowohl während dieses Lebens als auch danach ist es ganz leicht zu tragen. Das Buchwissen dagegen ist die Last vieler Seufzer, die sich sehr schwer trägt.
Die Heiligen haben Respekt für das Buchwissen, vorausgesetzt man schreitet weiter voran, um es in praktischer Form zu erlangen. Ansonsten unterliegt dieses theoretische Wissen dem Vergessen. In den Schriften wird über Gott gesprochen, aber Gott ist nicht in den Schriften. Ohne das praktische Wissen kann man unter verschieden schwere Belastungen geraten, die zu Illusion und Täuschung führen.
Den “sogenannten Heiligen” in der Welt fehlt dieses praktische Wissen, aber sie sind meistens sehr versiert im theoretischen Aspekt des Lebens, den sie aus den Erfahrungen anderer mitbekommen haben. Sie geben anderen Ratschläge und führen selbst ein trügerisches, zweifelhaftes Leben.
Sie predigen die Wahrheit, aber leben das Gegenteil. Ihr Leben, wie sie es außen zur Schau stellen und wie sie innen sind, ist so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Es ist höchste Zeit, uns auf die Erfahrungen unserer Meister aus der Vergangenheit zu verlassen, die in Übereinstimmung mit den heiligen Schriften sind, und den ernsthaften Wunsch zu entwickeln, diese Erfahrungen selbst zu erlangen.
Und genau diese Erfahrungen sollten wir (von einem Meister) verlangen. Man sollte ein vorherrschendes Verlangen entwickeln das höchste Geschenk des Lebens zu erhalten, und sich nicht mit den Erfahrungen begnügen, die auf den Bereich unseres Verstandes und Gemüts beschränkt sind.
Wo die Philosophien der Welt enden, beginnt die (wahre) Religion.
Die physische, astrale und kausale Ebenen sind Welten,
die aus physischer, astraler und kausaler Materie bestehen.
Darüber hinaus haben sie keine Bedeutung für uns
und können uns nichts weiter geben.
Alles, was es dort gibt, ist nicht das Erbe der Seele,
sondern die Nahrung und das Erbe des Gemüts und des Verstandes.
Was sich die Seele wünscht ist Verlangen — Sehnsucht nach Gott — und Wiedervereinigung mit Ihm.

